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/ 03.06.2013
Institute for Peace Research and Security Policy at the University of Hamburg (IFSH)

The European Security Community (ESC) The Security Model for the Twenty-First Century

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1996 (Demokratie, Sicherheit, Frieden 104); 241 S.; brosch., 42,- DM; ISBN 3-7890-4470-9
Der englischsprachige Band faßt die vielfältigen Vor- und Einzelstudien des Hamburger Instituts für ein regionales System kollektiver Sicherheit nach dem Ende des Ost-West-Konflikts zu einem einheitlichen organisatorischen und politischen Konzept zusammen. Die European Security Community (ESC) verstehen die Wissenschaftler als eine Alternative zu den bestehenden Sicherheitsorganisationen NATO und WEU. Die ESC soll sich vielmehr aus den Strukturen der OSZE entwickeln und als erneuerte Organisation eng mit den Vereinten Nationen und der Europäischen Union zusammenarbeiten, diese aber auf europäischer bzw. sicherheitspolitischer Ebene ergänzen. Die drei Hauptorgane der ESC sind ein europäischer Sicherheitsrat, der gerade nicht dem UN-Sicherheitsrat ähnelt, sondern die "Vollversammlung" der ESC darstellen soll, eine ständige Kommission, die bestehend aus ständigen und nichtständigen bzw. rotierenden Mitgliedern besteht, und ein Generalsekretär. Über die Ausschaltung von Veto-Rechten soll der destruktive Einfluß nationaler Interessen auf die Organisation ausgeschaltet werden; allenfalls "opting-out"-Möglichkeiten erlauben es einzelnen Mitgliedern, sich aus einer gemeinsamen Aktion auszuklinken. Handlungsfähigkeit und demokratischer Charakter der Organisation sollen über verschiedene Verfahrensabläufe ausbalanciert werden. Sollten all diese Forderungen umgesetzt werden, könne sich die ESC langfristig zu einer European Peace Community (EPC) entwickeln, in der Krieg gar nicht mehr als Möglichkeit gedacht werden kann. Das Konzept ist zum Teil schon technisch ausgefeilt, so soll etwa Deutschland kein ständiges Mitglied der ständigen Kommission sein - ihr aber alle zwei und nicht etwa alle drei oder vier Jahre angehören. Nicht zuletzt der in weiten Teilen stark apellative Charakter der Forderungen und einige offene Fragen machen das Konzept zu einem durchaus kontroversen und provokanten Diskussionsvorschlag.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 3.64.34.41 Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Institute for Peace Research and Security Policy at the University of Hamburg (IFSH): The European Security Community (ESC) Baden-Baden: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3328-the-european-security-community-esc_4364, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 4364 Rezension drucken
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