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/ 02.04.2015
Elisabeth Bakke / Ingo Peters (Hrsg.)

20 Years since the Fall of the Berlin Wall. Transitions, State Break-Up and Democratic Politics in Central Europe and Germany

Berlin: BWV Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH 2011; 336 S.; kart. 39,- €; ISBN 978-3-8305-1975-1
Der Fall der Berliner Mauer steht sinnbildlich für das Ende des in Blöcke geteilten Europas und war ein Meilenstein auf dem Weg zu einer grundlegend veränderten politischen Ordnung. Diese fand ihren Niederschlag auch darin, dass zu Beginn der 1990er‑Jahre neue Staaten auf der europäischen Landkarte erschienen. Wenngleich sich diese Länder recht unterschiedlich entwickelt haben, hat die Mehrheit von ihnen, so Elisabeth Bakke und Ingo Peters in der Einleitung, eine dreifache Transformation durchlaufen: Sie haben erstens eine demokratische Verfassung, ein Wahl‑ sowie ein relativ stabiles Parteiensystem etabliert; zweitens wurde die Institutionalisierung von neuen ökonomischen Regeln vorangetrieben, durch die die Wirtschaft und Währung stabilisiert werden konnten; drittens galt es einen eigenen, unabhängigen Staatsapparat inklusive einem funktionierenden diplomatischen Dienst aufzubauen. Um über die Entwicklungen seit dem Zerfall der kommunistischen Ordnung zu debattieren, trafen sich im November 2009 Wissenschaftler_innen aus Norwegen, Deutschland und anderen europäischen Ländern zu einer Konferenz. Die Artikel des Sammelbands gehen auf die Konferenzbeiträge zurück. Claus Offe widmet sich den transformierten Staaten in Europa, die einen neuen Typus politischer Ökonomie ausgebildet haben, den er als postsozialistischen Kapitalismus bezeichnet. Der Autor vollzieht die Genese dieses neuen Kapitalismustypus nach, analysiert seine Performanz und diskutiert die Einschätzungen der osteuropäischen Bürger_innen. Wie er herausstellen kann, wurden vonseiten sowohl der alten als auch der neuen EU‑Staaten große Hoffnungen in die politischen und ökonomischen Entwicklungen gelegt (Osterweiterung zur Etablierung demokratischer Strukturen; Verteidigungsallianzen versus EU‑Eintritt als Schlüssel zu westlicher Prosperität). Sie wurden aber (partiell) enttäuscht, sodass sich nun eine tiefe Kluft zwischen den „Alten“ und den „Neuen“ ankündige. Gert‑Joachim Glaeßner beleuchtet die Auswirkungen der friedlichen Revolution von 1989 auf die Entwicklungen des deutschen Parteiensystems. Lange Zeit habe es aus drei Parteien bestanden und habe als polarisiert sowie konzentriert bezeichnet werden können, nun aber erscheine es weniger kohärent und regional divers.
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Rubrizierung: 2.22.222.3152.612.62 Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Elisabeth Bakke / Ingo Peters (Hrsg.): 20 Years since the Fall of the Berlin Wall. Berlin: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/38239-20-years-since-the-fall-of-the-berlin-wall_46069, veröffentlicht am 02.04.2015. Buch-Nr.: 46069 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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