/ 22.06.2013
Dušan Šimko / Ueli Mäder (Hrsg.)
Stabilization and Progress in the Western Balkans. Proceedings of the Symposium 2010, Basel, Switzerland September 17-19
Bern u. a.: Peter Lang 2011 (Social Strategies 46); 198 S.; pb., 39,30 €; ISBN 978-3-0343-0640-9Nach Ansicht von Dušan Šimko und Ueli Mäder war es elf Jahre nach dem Ende des Jugoslawienkrieges Zeit, eine interdisziplinäre Bilanz der Entwicklungen und Ereignisse zu ziehen und zukünftige Herausforderungen sowie bisher nicht gelöste Probleme auf dem Balkan zu diskutieren. Dafür luden sie Experten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Ländern zu einer zweitägigen Konferenz ein und präsentieren die Ergebnisse nun in diesem Sammelband. Rychlík stellt in seinem historisch-rekonstruktiven Beitrag die Diversität der serbischen, albanischen, kroatischen, slowenischen (und sofern bereits für das 19. Jahrhundert davon gesprochen werden kann: auch der mazedonischen) Wurzeln der Menschen heraus, die Tito dann unter dem Gedanken eines einzigen südslawischen Staates vereinen sollte. Der Zerfall Jugoslawiens und der daraufhin einsetzende Balkankrieg, so Rychlík, wurde dann aber 1974 durch legislative Beschlüsse unter Tito vorbereitet, denn der jugoslawische Präsident selbst gab den einzelnen Republiken und autonomen Gebieten in der neu beschlossenen Verfassung mehr Selbstbestimmungsrechte. Obgleich der Krieg seit mehr als einer Dekade beendet ist, identifiziert Rychlík immer noch aktuelle und hauptsächlich den ethnischen und religiösen Bereich betreffende Probleme, unter anderem die unsichere Zukunft Bosniens, die Frage nach dem realen und rechtlichen Umgang mit Nichtalbanern im Kosovo sowie vice versa mit Albanern in Mazedonien. Auch Calic thematisiert noch nicht gelöste Herausforderungen, allerdings mit einer anderen Herangehensweise. Sie stellt all jene aktuellen Probleme im Kosovo heraus, die durch bereits gesammelte Erfahrungen in Bosnien hätten vermieden werden können, beispielsweise die Implementierung eines dysfunktionalen konstitutionellen Systems, eine nicht ausreichend legitimierte internationale Präsenz vor Ort und eine starke monetäre Abhängigkeit des Balkanstaates. Dušan Šimko und Ueli Mäder legen einen Sammelband vor, der sowohl westliche als auch innerjugoslawische, stets aber wissenschaftlich fundierte Sichtweisen präsentiert und damit einen interessanten Beitrag zum Verständnis und für die weitere Diskussion über die Zukunft auf dem Balkan liefert.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.61 | 2.2 | 2.25 | 4.41
Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Dušan Šimko / Ueli Mäder (Hrsg.): Stabilization and Progress in the Western Balkans. Bern u. a.: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34519-stabilization-and-progress-in-the-western-balkans_41457, veröffentlicht am 22.12.2011.
Buch-Nr.: 41457
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M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
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