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/ 05.06.2013
Barbara Christophe

Staat versus Identität. Zur Konstruktion von "Nation" und "nationalem Interesse" in den litauischen Transformationsdiskursen von 1987 bis 1995

Köln: Verlag Wissenschaft und Politik 1997 (Mittel- und Osteuropawissenschaften: Reihe Politik 1); 361 S.; brosch., 58,- DM; ISBN 3-8046-8845-4
Diss. Bremen. – Auf der Basis einer systematischen Analyse litauischer Zeitungen und Zeitschriften arbeitet die Autorin detailliert heraus, wie sich der Nationalismus in Litauen unter den Bedingungen der Perestroika zum Motor des Systemwandels entwickelte. Sie macht deutlich, daß sich die Dynamik des politischen Differenzierungsprozesses aus unterschiedlichen Interpretationen der Nationalgeschichte des Landes speist. Nationalismus erwies sich als "wirksame politische Mobilisierungsstrategie, die in der entscheidenden Situation der Jahre 1988 und 1990 eine Überwindung der Wandel verhindernden inneren Blockaden des sozialistischen Systems erlaubte. Der im Rückgriff auf nationale Traditionen erzeugte innerlitauische Konsens war [...] stabil genug, um die Rekonstituierung einer unabhängigen Staatlichkeit und die Inangriffnahme radikaler innergesellschaftlicher Reformen einzuleiten." (338) Aus dem Inhalt: II. Nationalismus und Sowjetherrschaft. Die Karriere des Konzepts Nation in den litauischen Elitendiskursen; III. Nationalismus und Mobilisierung. Nation als Ressource der Opposition; IV. Nationalismus und Differenzierung. Die Politisierung gegensätzlicher Nationskonzepte.
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.622.22.23 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Barbara Christophe: Staat versus Identität. Köln: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7040-staat-versus-identitaet_9426, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9426 Rezension drucken
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