/ 04.06.2013
Christoph Scherrer / Thomas Greven / Volker Frank
Sozialklauseln. Arbeiterrechte im Welthandel
Münster: Westfälisches Dampfboot 1998; 365 S.; 48,- DM; ISBN 3-89691-436-7Sozialklauseln sind Vorschriften über Arbeits- und Sozialstandards, die in Außenhandelsgesetzen oder in multinationalen Handelsverträgen vereinbart werden können. Die Autoren erörtern die Vor- und Nachteile dieses Instruments zum Schutz von Arbeitnehmerrechten zunächst mittels neoklassisch und neoinstitutionell geleiteter Überlegungen und der an Sozialklauseln geäußerten Kritik. Im zweiten Teil werden anhand der US-Handelsgesetzgebung und des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens die Effektivität, der verwaltungstechnische Aufwand und die Einflußmöglichkeiten gesellschaftlicher Akteure untersucht. Hier kommen die Autoren zu dem Ergebnis, daß die Effektivität von Sozialklauseln in der US-Handelsgesetzgebung unter der Politisierung leidet, wohingegen bislang alle vorgelegten Petitionen zur Überprüfung im Rahmen des Nordamerikanischen Arbeitsabkommens angenommen wurden (234). Stärker als durch Sanktionen würden Wirkungen über den möglichen diplomatischen und öffentlichen Druck erzielt (248). Danach wird am Beispiel der Dominikanischen Republik und Guatemalas analysiert, wie solche Klauseln auf Staaten mit geringen Arbeits- und Sozialrechtsstandards wirken. Positive Wirkungen zeigten sich in beiden Fällen auf die Stellung der Gewerkschaften und den Tarifvertragsabschluß (204). Jedoch blieben die Erfolge insgesamt "stark begrenzt und die Beachtung der zentralen Arbeiterrechte durch die Unternehmer ließ sich nur in Einzelfällen durchsetzen" (204).
Martina Böhner (Bö)
Dr.
Rubrizierung: 4.43 | 4.42 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Martina Böhner, Rezension zu: Christoph Scherrer / Thomas Greven / Volker Frank: Sozialklauseln. Münster: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5591-sozialklauseln_7285, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 7285
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