/ 22.06.2013
Alan Bryden / Boubacar N'Diaye (Hrsg.)
Security Sector Governance in Francophone West Africa: Realities and Opportunities
Wien/Berlin: Lit 2011 (Geneva Centre for the Democratic Control of Armed Forces [DCAF]); XIV, 277 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-80109-8Die neun Länder des frankophonen Westafrikas repräsentieren eine Region, in der Sicherheitsprobleme verschiedenster Art, Ausprägung und Intensität zu alltäglichen Phänomenen in Gesellschaft und Politik zu rechnen sind. Der Umstand, dass instabile und unsichere Staaten keine tragfähigen demokratischen Strukturen hervorbringen, zeigt die Tragweite des zur Diskussion stehenden Problems. Der englischsprachige Sammelband nähert sich – in jeweils landesspezifischem Zuschnitt – den je nach Staat unterschiedlichen Problemen und Herausforderungen für eine gelingende nationale wie auch westafrikanische Sicherheitspolitik als Basis einer funktionierenden demokratischen Ordnung an. Neben den einzelnen Länderberichten entwerfen das Einleitungs- wie das Schlusskapitel eine Überblicksperspektive: Für die Länder, die allesamt ehemalige Kolonien Frankreichs sind, gelte dabei gleichermaßen, dass bis heute eine mangelnde sicherheitspolitische Sensibilität auf Seiten der Parlamente, der Medien wie auch der Zivilgesellschaft zu beklagen sei. So ernüchternd dieser zusammenfassende Befund auch sein mag, so besteht für die Herausgeber auch Hoffnung – wenn es gelingt, lokalen Autoritäten Handlungsspielräume zu eröffnen, wird sich dies positiv auf die Stabilisierung der Region auswirken. „Small and steady victories will contribute towards the ultimate goal: a durably and peaceful West African community [...] with democratically governed security sectors.“ (272) Ob dieses uneingeschränkte Vertrauen in die stabilisierende Wirkung einer Graswurzeldemokratie berechtigt und vor allem zielführend ist, bleibt abzuwarten. Es hätte auch darüber – das ist vielleicht das einzige Manko des Bandes – einer dezidierten Auseinandersetzung in Form eines eigenen Beitrages bedurft.
Matthias Lemke (LEM)
Dr. phil., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.67 | 2.21 | 4.22
Empfohlene Zitierweise: Matthias Lemke, Rezension zu: Alan Bryden / Boubacar N'Diaye (Hrsg.): Security Sector Governance in Francophone West Africa: Realities and Opportunities Wien/Berlin: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/35370-security-sector-governance-in-francophone-west-africa-realities-and-opportunities_42621, veröffentlicht am 12.10.2012.
Buch-Nr.: 42621
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Dr. phil., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
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