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/ 14.08.2014
Candice Moore (Hrsg.)

Regional Integration and Social Cohesion. Perspectives from the Developing World

Brüssel u. a.: Peter Lang 2013 (Regional Integration and Social Cohesion 12); 234 S.; 40,70 €; ISBN 978-3-0352-6317-6
Welche Bedeutung kommt sozialer Kohäsion im Zuge regionaler Integrationsbestrebungen sogenannter Entwicklungsländer zu? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmer_innen der Jahreskonferenz der internationalen Arbeitsgemeinschaft für vergleichende Forschung über Regionale Integration und Soziale Kohäsion (RISC) in Rustenburg, Südafrika, im November/Dezember 2011. Der Sammelband vereinigt einige der Konferenzbeiträge. Dumisani S. Kumalo, ehemals UN‑Botschafter für Südafrika, erläutert den Begriff der sozialen Kohäsion – Strategien und Methoden, die sicherstellen, dass Menschen Raum und Land teilen und gemeinsame Ziele verfolgen – und betont die Schwierigkeiten, die Südafrika aufgrund seiner Geschichte damit hat. Dennoch ruft er dazu auf, den Blick über das Land hinaus auf die internationale und sogar globale Ebene zu richten und soziale Kohäsion auf die wissenschaftliche und politische Agenda zu setzen. Er sei überzeugt, dass ein gewisses Maß an internationaler Kohäsion und Verständigung über Themen wie Entwicklung, Frieden und Wohlstand notwendig sei, um sozialen Zusammenhalt auf regionalem Level überhaupt zu ermöglichen. Harlan Koff ergänzt diesen Ansatz, indem er die Multidimensionalität sozialer Kohäsion erläutert. So wird der Begriff in Zusammenhang mit ganz unterschiedlichen Termini genutzt, etwa Unternehmensführung, Sozialkapital, Solidarität, nachhaltige Entwicklung, Identität und Staatsbürgerschaft. Auch seien regionale Unterschiede in der Bewertung sozialer Kohäsion festzustellen: Während in den USA und in Kanada der Begriff in Bezug auf Immigration positiv konnotiert sei, gelte er in Großbritannien eher als rückschrittlich gegenüber dem Konzept des Multikulturalismus. Ein großer Unterschied in der Bedeutung sozialer Kohäsion liege darin, ob sie als eigenständiges Ziel angesehen werde oder nur als Mittel, um andere Ziele im Bereich Entwicklung und Wettbewerb zu erreichen. Die weiteren Beiträge sind eher konkreten Fällen und Regionen gewidmet. John Akokpari stellt beispielsweise fest, dass für den afrikanischen Kontinent Regionalismus nicht die Lösung für die Krise der sozialen Kohäsion sein kann. Letztere macht er an der Allgegenwärtigkeit von Gewalt und inner‑ und internationalen Konflikten fest, die ein ständiges Anrufen der Afrikanischen Union und anderer sub‑regionaler Körperschaften erforderten. Der Regionalismus in Afrika sei ineffektiv bezüglich des Erreichens sozialen Zusammenhalts; zu sehr mangele es den Mitgliedstaaten an politischem Willen, Maßnahmen zur sozialen Kohäsion auf die Agenda zu setzen und Beschlüsse zu ratifizieren und implementieren. Akokpari stellt daher generell infrage, ob soziale Kohäsion in Afrika überhaupt möglich sei.
Simone Winkens (SWI)
M. A., Politikwissenschaftlerin, Online-Redakteurin.
Rubrizierung: 4.52.22.652.672.68 Empfohlene Zitierweise: Simone Winkens, Rezension zu: Candice Moore (Hrsg.): Regional Integration and Social Cohesion. Brüssel u. a.: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/37402-regional-integration-and-social-cohesion_45319, veröffentlicht am 14.08.2014. Buch-Nr.: 45319 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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