/ 13.05.2015
André Schaffrin
Policy Change: Concept, Measurement, and Causes. An Empirical Analysis of Climate Mitigation Policy
Online-Publikation 2013 (http://d-nb.info/1046175777/34); VI, 213 S.Diss. Köln; Begutachtung: A. Kaiser, I. Rohlfing. – In einer ganzen Reihe vielbeachteter empirischer Studien wurde und wird Policy‑Wandel untersucht. Problematisch ist allerdings, dass der Output, das Kernkonzept von Policy Change, in konzeptioneller und methodologischer Hinsicht unterschiedlich gefasst wird. Seit einiger Zeit setzen sich Forscher_innen mit den Inkonsistenzen und der Operationalisierung des Policy‑Change‑Konzepts auseinander und beschäftigen sich mit den Schwierigkeiten, die beim Versuch, Studienergebnisse zu vergleichen, entstehen. An dieser Stelle setzt André Schaffrin an: Er versucht zu zeigen, dass es für die Beurteilung von Policy Change sinnvoll ist, ein Gesamtportfolio zu entwickeln anstatt einzelne Instrumente zu verwenden. Zunächst unterscheidet der Autor zwischen bereits etablierten (wie beispielsweise Verteidigung) und neuen, im Entstehen begriffenen (wie beispielsweise die ökologische Landwirtschaft) Politikbereichen, die sich, so zeigt Schaffrin auf, hinsichtlich ihres Entscheidungsprozesses und des Kontextes von Policy Change unterscheiden. Schaffrin konzentriert sich in seiner kumulativen Dissertation auf das neue Politikfeld Klima („Climate Mitigation“), beansprucht aber, einen grundsätzlichen Beitrag zum Verständnis vom Wandel neuer Politikfelder zu leisten. Diesen Anspruch will er mithilfe von sogenannten Large‑N‑Studien einlösen, die sowohl die Makro‑ (grundsätzliche Ziele und Mittel) und die Meso‑ (Grundsätze und Mechanismen) als auch die Mikroebene (konkrete Situation und Abstimmung) erfassen. Schaffrin erarbeitet und vertieft mithilfe dieses theoretischen Rahmens Konzepte von Policy Change: auf der Mesoebene die Politikinnovation, auf der Mikroebene die symbolische Innovation und auf der Makroebene die Formen von Governance. Darüber hinaus verdeutlicht Schaffrin, dass Vetoplayern in der bisherigen politikwissenschaftlichen Klimaforschung zu wenig Beachtung geschenkt wurde, und plädiert dafür, Vetoplayer‑Ansätze zukünftig stärker zu integrieren.
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Rubrizierung: 2.341 | 2.4 | 2.61 Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: André Schaffrin: Policy Change: Concept, Measurement, and Causes. 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/38405-policy-change-concept-measurement-and-causes_46100, veröffentlicht am 13.05.2015. Buch-Nr.: 46100 Rezension druckenCC-BY-NC-SA