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/ 10.10.2013
Institute for Peace Research and Security Policy at the University of Hamburg/IFSH (Hrsg.)

OSCE Yearbook 2012. Yearbook on the Organization for Security and Co-operation in Europe (OSCE)

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2013 (OSCE Yearbook 18 – 2012); 482 S.; geb., 79,- €; ISBN 978-3-8487-0242-8
Das aktuelle Jahrbuchs der OSZE (die deutsche Übersetzung steht derzeit noch aus) ist neben innerorganisationellen Aspekten und sicherheitspolitisch relevanten Ereignissen in den Mitgliedsstaaten insbesondere der Frage nach den Strategien zur praktischen Konfliktprävention und ‑beilegung gewidmet. Dass der Bedarf danach global betrachtet eher im Zu‑ als im Abnehmen begriffen ist, bedarf keiner eigenen Erklärung – es genügt schon ein Blick in die Tagespresse. Im Jahrbuch sind – neben all den Beiträgen, die sich mit konkreten Konfliktkonstellationen und Fallstudien beschäftigen – angesichts der Flut sicherheitspolitisch relevanter Ereignisse daher insbesondere diejenigen Texte interessant, die über die Begrenztheit des Einzelfalls hinausgehen und so eine allgemeinere Einschätzung der Leistungsfähigkeit der OSZE und der von ihr initiierten Maßnahmen ermöglichen. So unternimmt etwa Alice Ackermann in ihrem Aufsatz den Versuch, einen Überblick über die Einsatz‑ und Praxistauglichkeit der Organisation zu vermitteln. Sollten nicht – so ihre Einschätzung – neben dem schon sprichwörtlich gestärkten politischen Willen der Mitgliedsstaaten zu einer frühzeitigen Interventionspraxis auch die notwendigen materiellen wie organisatorischen Unterstützungen und Reformen hinzukommen, dann sei die Handlungsfähigkeit der OSZE nachhaltig in Frage gestellt. Die Mitgliedsstaaten müssten etwa verstärkt materielle und menschliche Ressourcen zur Verfügung stellen, um eine Intervention in ein Krisen‑ oder Konfliktgebiet zu ermöglichen; und die Organisation selbst sollte durch die Stärkung des Generalsekretariats einen eigenen, wichtigen Beitrag leisten, um handlungsfähiger zu werden. Dann allerdings, so Ackermann, sei in der Tat auch die OSZE – die wie andere internationale Organisationen auch vor der Herausforderung stehe, eine effiziente, nachhaltige und nicht zuletzt auch legitime Interventionspraxis zu etablieren – in sicherheitspolitischen Belangen ein global ernstzunehmender Player.
Matthias Lemke (LEM)
Dr. phil., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.34.414.424.222.22.372.322.612.622.64 Empfohlene Zitierweise: Matthias Lemke, Rezension zu: Institute for Peace Research and Security Policy at the University of Hamburg/IFSH (Hrsg.): OSCE Yearbook 2012. Baden-Baden: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/36269-osce-yearbook-2012_44228, veröffentlicht am 10.10.2013. Buch-Nr.: 44228 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA