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/ 17.06.2013
Jan Arno Schwaab

Nachhaltige Entwicklung in der globalen Ökonomie. Zur Vereinbarkeit von Globalisierungsprozessen mit dem Nachhaltigkeitsprinzip sowie zur ordnungspolitischen Überwindung von Institutionenversagen

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2001 (Nomos Universitätsschriften: Wirtschaft 56); 297 S.; brosch., 46,- €; ISBN 3-7890-7707-0
Diss. Mainz; Gutachter: G. Tillmann, K. Sauernheimer. - Schwaabs vorwiegend wirtschaftswissenschaftlich ausgerichtete Untersuchung widmet sich dem Spannungsverhältnis zwischen Globalisierung und Nachhaltigkeit. Der Autor analysiert, inwieweit beide miteinander vereinbar sind, wo die Konfliktbereiche liegen und skizziert die Umrisse einer Nachhaltigkeitsstrategie auf globaler Ebene. Nach einer eingehenden Charakterisierung der verschiedenen Aspekte von Globalisierung stellt Schwaab die neoklassische Theorie und die ökologische Ökonomik vor dem Hintergrund ihrer Aussagen zur Nachhaltigkeitsfähigkeit der globalen Ökonomie gegenüber. Während die Neoklassik unter bestimmten Voraussetzungen keinen Widerspruch zwischen Globalisierung und Nachhaltigkeit erkennen kann, ist die ökologische Ökonomik deutlich skeptischer. Sie kritisiert den Optimismus der Neoklassik bezüglich der Harmonie von marktlicher Selbststeuerung und Nachhaltigkeitspostulat und sieht eine staatliche Steuerung des Globalisierungsprozesses als notwendig an, ohne allerdings die Möglichkeit der Nachhaltigkeit in einer globalisierten Ökonomie grundsätzlich zu leugnen. Auf der Basis der Neuen Institutionenökonomik und des (Neo-)Institutionalismus fragt der Autor, inwieweit die globale Ökonomie überhaupt steuerbar ist. Denn sowohl die Neoklassik als auch die ökologische Ökonomik gehen von der Verwirklichung bestimmter institutioneller Formationen aus, um Globalisierung und Nachhaltigkeit zu vereinbaren - ohne eine tiefgreifende Analyse der dafür notwendigen Institutionenbildung zu leisten. Anhand einer spieltheoretischen Modellierung zeigt Schwaab, dass sowohl von marktlicher als auch von staatlicher Seite her genügend Anreize vorliegen, um gegen das Nachhaltigkeitspostulat zu verstoßen. "Markt- und Politikversagen sind Strukturmerkmale einer globalen Ökonomie" (209). Im Schlusskapitel leitet der Autor Prinzipien für eine globale Marktwirtschaft ab, die zu Institutionen der Nachhaltigkeit führen und den Rahmen für eine Vereinbarkeit von Globalisierung und Nachhaltigkeit abgeben. Inhaltsübersicht: 2. Das Wesen der Globalisierung; 3. Nachhaltigkeitsfähigkeit der globalen Ökonomie; 4. Steuerungs(un)fähigkeit der globalen Ökonomie; 5. Prinzipien einer nachhaltigen und globalen Marktwirtschaft.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 4.434.45 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Jan Arno Schwaab: Nachhaltige Entwicklung in der globalen Ökonomie. Baden-Baden: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16889-nachhaltige-entwicklung-in-der-globalen-oekonomie_19401, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19401 Rezension drucken
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