/ 18.06.2013
Peter Dudy
Menschenrechte zwischen Universalität und Partikularität. Eine interdisziplinäre Studie zur Idee der Weltinnenpolitik
Münster/Hamburg/London: Lit 2002 (Serie Politica 1); VIII, 129 S.; brosch., 17,90 €; ISBN 3-8258-5972-XIn diesem Buch geht es um Menschenrechte - so viel ist sicher. Schließlich steht es schon im Titel. Will man Genaueres wissen, wird es schon schwieriger. Es läuft wohl darauf hinaus, dass Dudy den weltweiten Dialog über die Menschenrechte ändern möchte. Der üblichen Auffassung von Menschenrechten als universal geltenden Rechtsnormen, die durch globale Zusammenarbeit gefördert werden, stellt Dudy eine „Gegenthese" gegenüber: „Ein am Individuum und der Gruppe orientiertes modernes ‚holistic Human Rights Management' beruht auf einer breiten Akzeptanz gemeinsam erarbeiteter, aber nicht zwingend universal geltender Normen, die regionale und/oder einzelstaatliche Besonderheiten einschließen, welches möglich wird durch einen auf einen längeren Zeitraum angesetzten ‚bottom-up'-Prozeß." (14) „Im Mittelpunkt der Mensch" (5) heißt Dudys Devise. Von seiner Sprache kann man das leider nicht behaupten. Es wäre reichlich euphemistisch, sie als sperrig zu bezeichnen. Ständig wird „exemplifiziert" und „expliziert", Sätze werden ohne jegliches Erbarmen mit dem Leser verschachtelt, Legionen von Nomen schüchtern ihn ein, Verben hat Dudy unter Artenschutz gestellt und lässt sie wohl nur hinter Panzerglas im Zoo besichtigen. Im Grunde genommen muss jeder Satz übersetzt werden, damit ein normalsterblicher Politikwissenschaftler eine Ahnung davon bekommt, worum es gehen könnte. Wer solche Übersetzungsarbeiten vom Deutschen ins Deutsche aber nicht scheut, wird an diesem Buch vielleicht Gefallen finden. Es sollte sich andererseits aber niemand grämen, wenn ihn beim Versuch zu verstehen lediglich tiefe Ratlosigkeit befällt.
Aus dem Inhalt:
A. Forschungsgegenstand Menschenrechte: Ideen - Methoden - Konzepte
B. Entstehung und Entwicklung einer Idee: Menschenrechte im Spannungsfeld zwischen Universalität und Partikularität
IV. Grundpositionen
V. Menschenrechte im Prozeß der Zeit
1. Die Entwicklung normativer Systeme in früheren Gesellschaften
2. Menschenrechte im religionswissenschaftlichen Kontext
3. Der Menschenrechtsgedanke in den Philosophien der Welt
VI. Die Genese eines Diskurses
1. Dimensionen des Universalitäts-Partikularitäts-Paradigmas
2. Die Kontroverse: Gedanken über eine dyadische Konzeption
C. Zukunft Menschenrechte
Zur Konzeption eines alternativen Designs
VII. Politisches System und Menschenrechte
VIII. Modelle internationaler Beziehungen
1. Carl Friedrich von Weizsäcker: Weltinnenpolitik
2. Entwicklungsperspektiven - Möglichkeiten der Umsetzung
3. Menschenrechte - eine gemeinsame normative Basis?
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.42
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Peter Dudy: Menschenrechte zwischen Universalität und Partikularität. Münster/Hamburg/London: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18456-menschenrechte-zwischen-universalitaet-und-partikularitaet_21381, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21381
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M. A., Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA