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/ 22.06.2013
Andrea Iro

Mainstreaming Climate Change Adaptation into Development Assistance. "What is shapes and what it takes" An Analysis of Policy, Practice and Implications with Evidence from German Official Development Assistance

Wien/Berlin: Lit 2012 (Studien zur internationalen Umweltpolitik 14); XIV, 275 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-90180-4
Politikwiss. Diss. Potsdam; Begutachtung: H. Fuhr, M. Lederer. – In der Entwicklungspolitik ist in jüngster Vergangenheit die Anpassung an die Folgen des Klimawandels immer stärker in den Fokus gerückt. Der Klimawandel bedeutet für Entwicklungsländer u. a. Hitzewellen, Fluten, Wasserknappheit oder verstärkte Desertifikation. Damit stellt er nicht nur eine gesundheits- oder wirtschaftspolitische Herausforderung dar, sondern bedroht auch direkt die bisherigen Erfolge und Ziele von Entwicklungshilfeprojekten. Am Beispiel der deutschen Öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, ODA) untersucht die Autorin allgemein die Frage, warum dieser Aspekt erst jüngst verstärkt thematisiert wurde, und schließlich empirisch, wie die Entwicklungsorganisationen institutionell darauf reagiert haben. Der politische Diskurs zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, so die Autorin, sei durch einen Paradigmenwechsel gekennzeichnet gewesen. Habe man ursprünglich nur sehr technokratisch auf die Reduzierung der Emissionen geschaut und die Folgenbewältigung in gewisser Weise vertagt, haben sich schließlich zunehmend Sicherheits-, Klima- und Entwicklungspolitiker auch der Frage der Folgen angenommen. Dabei habe es sich vor allem um einen internationalen Prozess gehandelt, der nach 2007 durch den Vierten Sachstandsbericht des Weltklimarates und die Diskussionen im Weltsicherheitsrat insbesondere in Deutschland starke Auswirkungen gehabt habe: „The gradual fusion of the climate and the development policy arena […] has had strong implications for the working relations of ministries in Germany.“ (235) Vor allem das Bundesumweltministerium sei durch seine Klimaschutzinitiative neben dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit zunehmend zu einem Akteur internationaler Entwicklungspolitik geworden. Auch die Integration der Folgen des Klimawandels im Auswärtigen Amt oder der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit beschreibt Iro als Erfolgsgeschichte. Letztlich, so schließt sie, bleibe aber zu hoffen, dass dieser positive Prozess nicht durch die Kürzung von Finanzmitteln wieder abgebrochen werde.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.454.444.21 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Andrea Iro: Mainstreaming Climate Change Adaptation into Development Assistance. Wien/Berlin: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/35033-mainstreaming-climate-change-adaptation-into-development-assistance_42160, veröffentlicht am 14.06.2012. Buch-Nr.: 42160 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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