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/ 18.06.2013
Thomas Hasel

Machtkonflikt in Algerien

Berlin: Verlag Hans Schiler 2002 (Nahost-Studien 3); 284 S.; pb., 29,90 €; ISBN 3-89930-190-0
Der seit Jahren andauernde algerische Bürgerkrieg hat inzwischen, je nach Schätzung, zwischen 100.000 und 200.000 Menschenleben gekostet und täglich sterben mehr Menschen. Meist wird dieser Konflikt als Auseinandersetzung zwischen traditionalistischen, islamistischen Bestrebungen und westlich orientierten, demokratischen Kräften interpretiert. Dies sei, so der Autor, jedoch so nicht richtig; vielmehr ließen sich komplexe ökonomische, politische und soziale Ursachen für diesen Konflikt ausmachen. Von besonderer Bedeutung seien vor allem die Bestrebungen der armeenahen Führungselite, die ihre Privilegien mit aller Macht zu verteidigen versuche und die insbesondere nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 von den antiislamistischen Bestrebungen weltweit profitiere. Der Autor analysiert den Verlauf des Konfliktes und entwickelt erste Ansätze zu einer Befriedung des Landes, wobei er die Aussichten auf ein Ende der Auseinandersetzungen allerdings eher pessimistisch beurteilt. Inhaltsübersicht: 1. Autoritarismus, Selbstbereicherung und Legitimitätsverfall: Algerien von 1962 bis 1988; 2. Das demokratische Intermezzo: Algerien von 1989 bis Januar 1992; 3. Der bewaffnete Konflikt und die Rückkehr des autoritären Staates: Algerien von 1992 bis 1994; 4. Auf der Suche nach Auswegen aus der Krise: Die Präsidentschaft Liamine Zerouals 1994-1999; 5. Die Armeeführung genehmigt sich ein neues Staatsoberhaupt: Die Präsidentschaft Abdelaziz Bouteflikas (1999-2002).
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.672.242.222.25 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Thomas Hasel: Machtkonflikt in Algerien Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19191-machtkonflikt-in-algerien_22287, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22287 Rezension drucken
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