/ 03.06.2013
Jürgen Grässlin
Lizenz zum Töten? Wie die Bundeswehr zur internationalen Eingreiftruppe gemacht wird
München: Knaur 1997; 414 S.; 16,90 DM; ISBN 3-426-80081-0Auf dem Titelblatt von Grässlins Buch verheißt der Verlag "FACTS", doch tatsächlich wird kaum etwas weniger als Fakten geboten. Auch geht es nicht in erster Linie um die Bundeswehr, sondern um die Friedensinitiative FIVE des von Grässlin geleiteten Rüstungs-Informationsbüros Baden-Württemberg (Anschrift und Spendenkonto siehe 329). Die Idee dabei ist, daß die internationalen Verteidigungshaushalte auf ihren derzeitigen Ständen eingefroren werden und die verbleibenden Mittel zugleich degressiv jährlich um 5% des Vorjahresniveaus zugunsten eines zu schaffenden neuen Einzelplans 14a umgeschichtet werden. Diese Mittel sollen zu 85% der Rüstungskonversion und zu 15% der UNO zugute kommen. Bei einen fiktiven Etat von 45 Mrd. DM würden nach 120 Jahren 44,9 Mrd. DM dem o. g. Einzelplan und 0,91 Mrd. DM den Verteidigungsausgaben zufließen (Tabelle 376 f.). Das würde uns ersparen, unsere Soldaten zu James Bonds ausbilden zu lassen. Mehr lohnt sich zu diesem Buch, das in einer Sprache, die durch den Titel hinreichend charakterisiert ist, sämtliche Topoi rot-grüner Militärkritik aneinanderreiht, kaum zu sagen.
Torsten Oppelland (TO)
Prof. Dr., Politikwissenschaftler, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.324 | 4.21
Empfohlene Zitierweise: Torsten Oppelland, Rezension zu: Jürgen Grässlin: Lizenz zum Töten? München: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2162-lizenz-zum-toeten_2628, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 2628
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Prof. Dr., Politikwissenschaftler, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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