/ 24.10.2013
Carla Figueira
Languages at War: External Language Spread Policies in Lusophone Africa. Mozambique and Guinea-Bissau at the Turn of the 21st Century
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2013 (Duisburger Arbeiten zur Sprach- und Kulturwissenschaft 97); 355 S.; geb., 62,95 €; ISBN 978-3-631-64436-2Ph.D. City University London; Begutachtung: N. Rassool. – Carla Figueira geht der Frage nach, inwieweit die Verbreitung insbesondere von Portugiesisch als Sprache der ehemaligen Kolonialmacht Portugal in den afrikanischen Staaten Mozambique und Guinea‑Bissau politisch gewollt und gefördert wird. Zudem reflektiert sie, welche kulturellen Konsequenzen mit dieser sprachimperialistischen Praxis für die betroffenen afrikanischen Gesellschaften einhergehen. Neben einer breiten theoretischen Auseinandersetzung über den Zusammenhang von (Neo‑)Kolonialismus und Sprache, der hier in Richtung einer im Medium der Sprache konstruierten Macht‑ und Beherrschungspraxis ausgedeutet wird, enthält die Studie einen breit angelegten empirischen Teil, der unterschiedliche Gruppen von Daten kombiniert. So bezieht Figueira ihr Datenmaterial aus semistrukturierten Interviews mit Repräsentanten aus Kultur und Politik, dazu zieht sie ferner allgemein verfügbare regierungsoffizielle Statistiken und Zeitungsartikel aus den untersuchten Ländern heran. Ausgehend von dieser Untersuchung kommt sie zu einem differenzierten Befund. Nicht nur Portugiesisch, sondern gerade auch Englisch und Französisch sowie weitere europäische Sprachen werden im Rahmen der jeweiligen auswärtigen (Kultur‑)Politik massiv gefördert und verbreitet. Damit avancieren insbesondere die drei erstgenannten zu (quasi‑)offiziellen Sprachen der untersuchten Staaten und verdrängen auf diese Weise indigene afrikanische Sprachen. Diese behalten ihre Bedeutung im inoffiziellen, kleinen Rahmen, in der öffentlichen Sphäre finden sie aber kaum Beachtung. Aus dieser Perspektive diagnostiziert Figueira einen „Krieg der Sprachen“ (288), in dem sich Machtasymmetrien aus der Kolonialzeit bis ins 21. Jahrhundert hinein fortsetzen.
Matthias Lemke (LEM)
Dr. phil., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.44 | 2.23 | 2.61 | 4.21 | 2.67 | 2.65 | 4.22
Empfohlene Zitierweise: Matthias Lemke, Rezension zu: Carla Figueira: Languages at War: External Language Spread Policies in Lusophone Africa. Frankfurt a. M. u. a.: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/36324-languages-at-war-external-language-spread-policies-in-lusophone-africa_44183, veröffentlicht am 24.10.2013.
Buch-Nr.: 44183
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Dr. phil., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
CC-BY-NC-SA