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/ 18.06.2013
Anita Bilek / Wilfried J. Graf / Alexander Neumann (Hrsg.)

Kritik der Gewalt. Friedenspolitik im Zeichen von Krieg und Terror

Wien: Pro Media 2002; 191 S.; brosch., 15,90 €; ISBN 3-85371-192-8
Sieben Beiträge wurden bereits an anderer Stelle veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren kommen aus verschiedenen Disziplinen, sind aber alle in der einen oder anderen Weise mit friedenspolitischer Forschung beschäftigt. Sie äußern sich durchweg kritisch gegenüber der Entwicklung seit dem 11. September 2001, insbesondere gegenüber der Tendenz, gegen den Terrorismus in erster Linie mit militärischer Gewalt vorzugehen. Die Herausgeber rufen darüber hinaus die Friedensforschung dazu auf, "aus den verkürzten Schlagworten auszubrechen, von der 'Achse des Bösen' über die US-amerikanische 'Gefolgschaft' bis zum 'Anti-Terror'" (9). Die Chancen dazu beurteilen sie durchaus optimistisch. Inhalt: I. Die Gewalt der bestehenden Verhältnisse: Rosalind P. Petchesky: Phantomtürme - feministische Überlegungen zur Schlacht zwischen globalem Kapitalismus und fundamentalistischem Terrorismus (13-28); Francis A. Boyle: US-Krieg in Afghanistan! (29-39); Gilbert Achcar: Kampf der Barbareien. Der 11. September und die Folgen (40-71); Edgar Morin: Nach dem Blitzkrieg - die Zweifel bleiben. Die Weltgesellschaft gegen den globalen Terrorismus (72-80); Ulrike Borchardt: Terrorismus und/oder Krieg - die Logik der neuen Kriegsführung (81-90); Lutz Unterseher: Brave new world (91-94). II. Fragen an den politischen Islam: Samir Amin: Der Politische Islam (97-102); Peter Lock: Keine neue Zeitrechnung (103-116). III. Friedenspolitische Alternativen: Johan Galtung: 11. September 2001: Diagnose, Prognose, Therapie (119-140); John Paul Lederach: Quo vadis? Terror neu überdenken aus der Perspektive der Konfliktlösung (141-153); Alexander Neumann: Gegen den stummen Zwang der Verhältnisse. Eine Kritik der Gewalt (154-162); Wilfried J. Graf: Vom Zusammenprall der Fundamentalismen zur globalen Zivilisationspolitik. Thesen zu einer Friedenspolitik im Zeichen von Terror und Krieg (163-174). Epilog: Oskar Negt: Golfkrieg und Politik. Abstraktionsfähigkeit konkreter Gewalt/Ideologische Bilder mit hohem Gefühlswert/Gegen die Militär- und Kriegslogik (174-190).
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.414.22 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Anita Bilek / Wilfried J. Graf / Alexander Neumann (Hrsg.): Kritik der Gewalt. Wien: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17565-kritik-der-gewalt_20240, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20240 Rezension drucken
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