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/ 20.06.2013
Walter Feichtinger / Gerald Hainzl (Hrsg.)

Krisenherd Nordostafrika. Internationale oder afrikanische Verantwortung? Tagungsband des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktmanagement, Wien

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2005; 173 S.; brosch., 35,- €; ISBN 3-8329-1374-2
Der Band dokumentiert den im Januar 2005 in Wien veranstalteten Workshop „Afrikanische und Internationale Ansätze des Krisenmanagements in Ostafrika“. Er wird durch zwei Beiträge eingeleitet, die die jüngsten Entwicklungen und Perspektiven im Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea sowie die Situation im Sudan und in Somalia behandeln. Im Mittelpunkt der daran anschließenden Aufsätze steht die Frage nach der Verantwortung für ein Krisenmanagement in Afrika („African Ownership“) und die Bedeutung von (sub)regionalen Organisationen bei der Konfliktbewältigung. Untersucht werden die Ziele, Ansätze, Instrumente und bisherigen Erfolge der African Union (AU) sowie die konfliktbezogenen Aktivitäten der von sieben ostafrikanischen Staaten getragenen Inter-Governmental Authority on Development (IGAD). Für beide Organisationen stellt sich – neben potenziellen nationalen Interessenkonflikten, die zumeist machtpolitisch bedingt sind – die starke Abhängigkeit von westlichen Mächten und finanziellen Institutionen als zentrales strukturelles Defizit dar. Dies führe dazu, so John Emeka Akude in seinem Beitrag über die AU, dass die Teilnahme am afrikanischen Konfliktmanagement afrikanischen Machthabern „Legitimität im Westen [verleiht], die zu Hause in Autorität umgewandelt werden kann. Good Governance wird in Afrika vernachlässigt, während die Machthaber alles tun, um den Westen zu beeindrucken.“ (86) Weiterhin werden die Rolle und die Interessenlagen der EU und der sicherheitspolitische Beitrag der Vereinten Nationen untersucht. In seinem abschließenden Beitrag über Möglichkeiten und Grenzen regionalen Konfliktmanagements spricht sich Hainzl für ein in einem umfassenden Sinne verstandenes „Supported Community-Based Conflict Management“-Modell aus. Danach sollen mit Unterstützung externer Akteure Lösungen von den Konfliktparteien selbst erarbeitet und umgesetzt werden.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.412.672.253.64.34.5 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Walter Feichtinger / Gerald Hainzl (Hrsg.): Krisenherd Nordostafrika. Baden-Baden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24622-krisenherd-nordostafrika_28442, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 28442 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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