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/ 18.06.2013
Tarik Tabbara

Kommunikations- und Medienfreiheit in den USA. Zwischen demokratischen Aspirationen und kommerzieller Mobilisierung

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2003 (Materialien zur interdisziplinären Medienforschung 46); 344 S.; brosch., 48,- €; ISBN 3-8329-0183-3
Rechtswiss. Diss. Hamburg; Gutachter: W. Hoffmann-Riem. - Tabbara versucht die Entwicklung der Verbindung von Demokratie, Kommunikationsfreiheit und Markt in den USA von einem rechtswissenschaftlichen Standpunkt aus nachzuvollziehen. Ausgangspunkt ist dabei die so genannte „Worthy Tradition", in der die historische Entwicklung der Kommunikations- und Medienfreiheit in den USA zu einem einheitlichen und zielgerichteten Prozess verschmilzt, an dessen Ende „die Gewährung unbeschränkter individueller Freiheit im marketplace of ideas steht" (29). Tabbara hinterfragt diese Tradition kritisch und weist auf die Verzerrungen und Verengungen der konventionellen Historiografie hin. Aus dem Inhalt: Widerstreitende gesellschaftliche Inanspruchnahmen des First Amendment auf der Schwelle zum 20. Jahrhundert A. Der Schutz ökonomischer Freiheiten während der Lochner-Ära und das First Amendment B. Fallstudie: Auseinandersetzungen um die Ausübung der Kommunikationsfreiheit im öffentlichen Raum: Die Free-Speech Fights der Sozialisten und der Industrial Workers of the World 2. Die ambivalenten Ursprünge der Marktplatzmetapher des First Amendment Kommunikationsfreiheit in der Progressive Era 3. Kommunikationsfreiheit und die Verheißung der Demokratie: Das First Amendment und die Meiklejohn-Interpretation B. Die Artikulation von Kommunikationsfreiheit und demokratischer Selbstregierung im Werk von Alexander Meiklejohn 4. Über den marketplace of ideas zur shopping mall of ideas: Die kommerzielle Mobilisierung der Kommunikationsfreiheit im ausgehenden 20. Jahrhundert B. Die Rechtsprechung zur Kommunikationsfreiheit in privatisierten „öffentlichen" Foren am Beispiel der shopping mall C. Vom self-government zum individual self-fulfillment: Theoretische Anschlüsse für die kommerzielle Mobilisierung des First Amendment. 5. Das First Amendment als treibende Kraft der Deregulierung der elektronischen Massenkommunikation in den USA C. Transformation der Rundfunkfreiheit als Vorbereitung und Verarbeitung der Deregulierung D. Fallstudie: Turner Broadcasting Sysem, Inc. V. FCC 6. Das First Amendment im 21. Jahrhundert: Business as usual oder Ansätze zur Redemokratisierung? A. Neoprogressivistische Ansätze zur Revitalisierung des demokratischen Diskurses B. Poststrukturalistische Kritik am Neoprogressivismus C. Anstöße zu demokratischen Transformationen des First Amendment von Feministinnen und der Critical Race Theory
Christiane J. Fröhlich (CJF)
Dr., Soziologie mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Hamburg.
Rubrizierung: 2.642.22 Empfohlene Zitierweise: Christiane J. Fröhlich, Rezension zu: Tarik Tabbara: Kommunikations- und Medienfreiheit in den USA. Baden-Baden: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20196-kommunikations--und-medienfreiheit-in-den-usa_23525, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23525 Rezension drucken
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