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/ 21.06.2013
Chris Abbott / Paul Rogers / John Sloboda

Jenseits des Terrors. Was unsere Welt wirklich bedroht. Aus dem Englischen übersetzt von Ulrike Vestring

Hamburg: Edition Nautilus 2008 (Nautilus Flugschrift); 124 S.; brosch., 10,- €; ISBN 978-3-89401-571-8
Die Autoren gehören zur 1982 gegründeten unabhängigen Oxford Research Group, deren Ziel es ist, positive Veränderungen in der nationalen und internationalen Sicherheit zu erreichen. Sie erteilen der Ansicht eine Absage, der internationale Terrorismus sei die größte Bedrohung der Menschen. Dieser werde damit nicht beschönigt, schreiben die Autoren, es gelte aber anzuerkennen, dass gewaltbereite Gruppen häufig „auf dem Boden örtlicher Gegebenheiten“ entstehen, „um lokale oder auch globale Missstände zu bekämpfen“ (59). Der von den USA geführte Krieg gegen den Terrorismus habe keine positiven Ergebnisse erbracht. Zu sehen sei er zudem in dem Kontext, dass die US-Außenpolitik seit den siebziger Jahren maßgeblich der Sicherung der Zufuhr von Energierohstoffen diene und eher konfliktverschärfend wirke. „Für die Vereinigten Staaten bedeutet es ein Herzstück ihrer Sicherheitspolitik, militärische Kräfte zur Kontrolle der Golfregion zu stationieren und einzusetzen“ (38 f.). Als Folge des unproduktiven Kriegs gegen den Terror aber fürchten die Autoren eine Erosion der wirtschaftlichen und moralischen Macht der USA. Sie plädieren deshalb – statt einer Konzentration auf die Bekämpfung des Terrorismus mit militärischen Mitteln – für ein neues Konzept der „zukunftsfähige[n] Sicherheit“ (88). Zu lösen seien vier wesentliche Problembereiche: Klimawandel, Kampf um Ressourcen, Marginalisierung der Weltmehrheit (einschließlich der Bedrohung durch HIV/AIDS), weltweite Militarisierung. Diese Bereiche seien miteinander verschränkt und drohten wesentlich mehr Konflikte und Todesopfer zu verursachen als der Terrorismus es jemals werde bewirken können. Konkret sollten daher lokale, erneuerbare Energien gefördert, der Welthandel reformiert und sinnvolle Entwicklungshilfe geleistet, die legitimen Interessen marginalisierter Gruppen ernst genommen sowie eine substanzielle Abrüstung vorgenommen werden. Die Autoren betonen, keine neuen Fakten zu präsentieren. Das Buch aber solle ein Weckruf sein.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.414.452.254.22 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Chris Abbott / Paul Rogers / John Sloboda: Jenseits des Terrors. Hamburg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28918-jenseits-des-terrors_34137, veröffentlicht am 19.06.2008. Buch-Nr.: 34137 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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