/ 04.06.2013
David Ben Gurion
Israel. Der Staatsgründer erinnert sich. Aus dem Hebräischen von Moshe Tavor. Ediert und mit einem Nachwort versehen von Joachim Schlör
Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch Verlag 1998; 252 S.; 18,90 DM; ISBN 3-596-13935-XDas 50. Jubiläum der Entstehung des Staates Israel hat zahlreiche Bücher hervorgerufen, darunter auch manche Neuausgaben bereits bekannter Werke. Das gilt auch für die bereits 1969 geschriebenen und 1973 in deutscher Übersetzung erschienenen Memoiren des schon fast legendären ersten Ministerpräsidenten Israels. Aus dem ursprünglich unter dem Titel Israel. Die Geschichte eines Staates herausgegebenen Werk hat der Verlag jetzt die Einleitung und die Kapitel 2 - 4 erneut veröffentlicht, die sich (beginnend mit der Balfour-Deklaration) mit den Ereignissen im Umkreis der Staatsgründung befassen. Ein Glossar ist zusammen mit Angaben zu Personen und Orten an die Stelle der Fußnoten von 1973 getreten; die Personenangaben wurden aktualisiert. Der fragmentarische Text, der mehr durch die Position seines Autors dokumentarisch wertvoll ist denn als literarische Arbeit, endet reichlich abrupt. Das Nachwort des Herausgebers ("Was geht uns alles andere an?", 193-225) bemüht sich erfolgreich, die fortdauernde Aktualität von Ben Gurions politischem Wirken aufzuzeigen, steht aber zugleich auch in einem merkwürdigen Kontrast zu seiner nüchternen Sprache. In der Tat ist das vielleicht der nachhaltigste Eindruck bei der Lektüre: wie wenige der offenen Fragen von damals heute, 50 Jahre später, eine Antwort gefunden haben.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.63
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: David Ben Gurion: Israel. Frankfurt a. M.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5681-israel_7393, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 7393
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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