/ 22.06.2013
Sebastian Wolf / Diana Schmidt-Pfister (Hrsg.)
International Anti-Corruption Regimes in Europe. Between Corruption, Integration, and Culture
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010 (Schriftenreihe des Arbeitskreises Europäische Integration e. V. 70); 217 S.; 49,- €; ISBN 978-3-8329-5846-6In den vergangenen fünfzehn Jahren hat sich das Bewusstsein für die von Korruption ausgehenden Risiken geschärft. Rankings geben Auskunft über die weltweite Verbreitung von Korruption. Die Autoren hinterfragen deren Aussagekraft. Zur Illustration ihrer Vorbehalte verweisen sie auf das breite Spektrum krimineller Aktivitäten, das unter dem Label Korruption zusammengefasst werde. Dieses reiche von der Bestechung staatlicher Entscheidungsträger zur Verwirklichung eines an den Interessen der Bevölkerung vorbeigehenden Investitionsprojektes über geschönte Parteienfinanzierung bis hin zum Handgeld für einen Grenzbeamten. Um das Thema Korruption näher zu beleuchten, untersuchen die Autoren die zurückliegenden zwei Jahrzehnte internationaler Anti‑Korruptionspolitik. Der geografische Schwerpunkt der Beiträge liegt auf der nach außen gerichteten Anti‑Korruptionspolitik der EU. Darüber hinaus behandeln die Autoren auch die Anti‑Korruptionspolitik internationaler Organisationen wie der OECD, der Vereinten Nationen und der Weltbank. Sie heben in diesem Zusammenhang die Bedeutung des internationalen Kampfes gegen die Korruption, die Notwendigkeit der Partizipation der Zivilgesellschaft und die Bedeutung der im Rahmen von Entwicklungshilfepolitik getroffenen Maßnahmen hervor. Leslie Holmes analysiert das Anti‑Korruptionsregime in den post‑kommunistischen Staaten Süd‑Ost Europas. Ihr Fokus liegt auf der Rolle internationaler Organisationen, denen die Autorin zwar eine Vorbildfunktion, aber dennoch einen limitierten Einfluss zuschreibt. Im Gegenteil dazu nutze die EU geschickt die ihr zur Verfügung stehenden Finanzmittel wie die EU‑Nachbarschaftshilfe oder die Option eines EU Beitritts, um Druck auf korrupte Eliten auszuüben. Der Band resultiert aus der interdisziplinären Konferenz „International Anti‑Corruption Regimes in Europe“ vom Juni 2009 an der Universität von Konstanz.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.43 | 2.61 | 3.5
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Sebastian Wolf / Diana Schmidt-Pfister (Hrsg.): International Anti-Corruption Regimes in Europe. Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33528-international-anti-corruption-regimes-in-europe_40120, veröffentlicht am 09.06.2011.
Buch-Nr.: 40120
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Politikwissenschaftlerin.
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