/ 22.06.2013
Matej Makarovič / Borut Rončević
Interethnic Relations in a Systemic Context. Minorities in Media and Education in Slovenia
Berlin: Lit 2010 (Gesellschaftliche Transformationen 17); 138 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-10657-5Obgleich ethnische Spaltungen und Probleme mit nationalen Minderheiten eine Tatsache sind, bilden bisher entwickelte Theorien über moderne, ausdifferenzierte Gesellschaften diese Phänomene nach Ansicht von Matej Makarovič und Borut Rončević nicht in ihrer Komplexität ab – so diskutiere die Konflikttheorie ausschließlich die stratifikationsbasierte Differenzierung, beispielsweise anhand von Klassen, Macht oder Gender. Auch wenn beide Autoren damit etwas Bemerkenswertes feststellen, mutet es zunächst merkwürdig an, dass sie ausgerechnet Luhmann als Grundlage nehmen, um eine multidimensionale Theorie über die Ausdifferenzierungen in modernen Gesellschaften vorzustellen – spielen doch in der funktional ausgerichteten Systemtheorie ethnische oder nationale Differenzierungen keinerlei Rolle. Das angestrebte Ziel gelingt ihnen dennoch, indem sie zunächst die Grenzen des rational steering benennen, um die Systemtheorie dann um einen prozessualen, von Piotr Sztompka entwickelten Approach zu erweitern. Damit versuchen Makarovič und Rončević zwei Dimensionen von gesellschaftlicher Differenzierung aus einer gemeinsamen Perspektive zu betrachten: die funktionale und die ethnische. Dieses theoretische Konstrukt wenden sie auf die zwei sozialen Subsysteme Bildung und Massenmedien (in Slowenien) an. Die empirische Überprüfung ihres theoretischen Konzepts anhand dieser beiden Subsysteme ist nach Ansicht der Autoren aus mehreren Gründen sinnvoll. Zum einen spielen sowohl die Medien als auch die Bildung eine Schlüsselrolle bei der Konstruktion sozialer Wirklichkeit. Dementsprechend können Bildung und Medien wichtige Katalysatoren für ethnischen Pluralismus, soziale Diskriminierung und Assimilation oder einer am melting pot orientierten Politik sein. Zum anderen sorgen Bildung und Medien für die Kohäsion einer Gesellschaft und können ihre Entwicklungspotenziale entscheidend mitprägen.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.61 | 2.22 | 2.23 | 4.42
Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Matej Makarovič / Borut Rončević: Interethnic Relations in a Systemic Context. Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34409-interethnic-relations-in-a-systemic-context_41321, veröffentlicht am 02.02.2012.
Buch-Nr.: 41321
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M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
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