/ 21.06.2013
Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.)
Hoffnungsträger 1325. Resolution für eine geschlechtergerechte Friedens- und Sicherheitspolitik in Europa
Königstein/Ts.: Ulrike Helmer Verlag 2008; 271 S.; pb., 25,- €; ISBN 978-3-89741-282-8Im Oktober 2000 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Resolution 1325. Diese ruft die Konfliktparteien dazu auf, die Rechte von Frauen in kriegerischen Auseinandersetzungen zu schützen und Frauen gleichberechtigt in Friedensverhandlungen mit einzubeziehen. Auf diese Weise werden Regierungen, internationale sowie regionale Organisationen und weitere Akteure verpflichtet, sich mit der Situation von Frauen in Kriegsgebieten auseinanderzusetzen. Zwar wird diese Resolution von vielen Frauen als „Meilenstein“ bezeichnet, da sie den Frauen „ein bedeutendes Instrument“ (10) an die Hand gibt, sich weltweit zu vernetzen und ihre Ansprüche nach einem Platz am Verhandlungstisch zu formulieren, wenn es um Fragen von Krieg und Frieden geht. Doch wurde das „enorme Potenzial“ (34), das die Resolution bietet, bereits genutzt? Leider nein, konstatiert Barbara Unmüßig, Aufsichtsratsvorsitzende der Heinrich-Böll-Stiftung: Bisher hat sie „keine eigene institutionelle Kraft im UN-System und in der internationalen Staatengemeinschaft entfaltet" (8). Sie endlich umzusetzen ist eine Forderung an die Staatengemeinschaft, für die sich viele Frauen und Frauennetzwerke sowohl in den Konfliktländern als auch in der Europäischen Union seit Jahren einsetzen. Die Autorinnen des Bandes widmen sich der Frage, wie der politische Anspruch der EU und Deutschlands, die Resolution ernst zu nehmen, tatsächlich realisiert wird. Die Herausgeberin will mit der Publikation dazu beitragen, „die Wissenslücken über geschlechtersensible friedens- und sicherheitspolitische Ansätze im EU-Kontext und der deutschen Politik aus Geschlechterperspektive zu schließen und die gegenwärtige Politik kritisch zu beleuchten, auch in ihren Wirkungen auf Drittländer, in denen die EU oder Deutschland sich an internationalen Militärmissionen beteiligen" (8). Außerdem werden Vorschläge und Initiativen für die Umsetzung der Resolution präsentiert. Das Buch enthält die Ergebnisse einer internationalen Konferenz des Gunda-Werner-Instituts und des deutschen Frauensicherheitsrates im Jahr 2007.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.6 | 3.5 | 2.27 | 4.3 | 4.41 | 4.42 | 2.61 | 2.63 | 2.67 | 2.68
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.): Hoffnungsträger 1325. Königstein/Ts.: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30149-hoffnungstraeger-1325_35746, veröffentlicht am 17.03.2009.
Buch-Nr.: 35746
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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