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/ 18.06.2013
Klaus König / Markus Adam / Benedikt Speer / Christian Theobald

Governance als entwicklungs- und transformationspolitisches Konzept

Berlin: Duncker & Humblot 2002 (Schriftenreihe der Hochschule Speyer 151); 340 S.; 92,- €; ISBN 3-428-10822-1
Mit diesem Band werden die Ergebnisse eines Forschungsprojektes am Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung in Speyer zusammengefasst. Das Projekt untersucht die sich wandelnden Strukturmerkmale von öffentlichen Verwaltungen, insbesondere in vormals sozialistischen Staaten sowie in Entwicklungs- und Transformationsländern. Im Mittelpunkt steht der Governance-Begriff, der sich in den letzten Jahren zunehmender Popularität erfreut. Seine Verwendung lässt sich mittlerweile auf allen territorialen Ebenen, in den verschiedensten ausdifferenzierten sozialen Handlungssphären sowie in fast allen Bereichen öffentlicher Angelegenheiten beobachten. Auch in der Verwaltungsforschung hat er sich zu einem zentralen Begriff entwickelt. Die Autoren gehen davon aus, dass die oft beklagte vielfältige Anwendung den Governance-Begriff nicht bedeutungslos macht, vielmehr müsse seine Analyse höchst kontextabhängig erfolgen. Vor diesem Hintergrund zeichnen die Beiträge die konzeptionellen Entwicklungen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und der technischen Zusammenarbeit nach. Ausgehend vom Ursprung als entwicklungspolitisches Konzept der Weltbank (Stichwort: "Good Governance") wird die Perzeption der Governance-Diskussion in internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, der Weltbank, der Europäischen Union und der OECD analysiert. Aus verwaltungswissenschaftlicher Sicht ist hierbei interessant, dass diese Organisationen aus ihrer jeweils eigenen Perspektive über Einzelländer und Einzelpolitikfelder hinausgehende Allgemeinvorstellungen zur Staatsverwaltung auf allen Ebenen - zentral, regional, lokal - entwickelt haben. Dies wird detailliert nachvollzogen und es werden dabei z. B. Unterschiede zwischen Management- und Governance-Problemen herausgearbeitet. Allgemeine Überlegungen zu Governance als Steuerungs- und Wertekonzept ergänzen die Fallstudien. Inhalt: Klaus König: Governance als Steuerungskonzept (9-54); Christian Theobald: Governance in der Perzeption der Weltbank (55-127); Markus Adam: Governance und öffentliche Verwaltung in der technischen Zusammenarbeit der Vereinten Nationen (129-205); Benedikt Speer: Governance, Good Governance und öffentliche Verwaltung in den Transformationsländern Mittel- und Osteuropas. Das SIGMA-Programm als gemeinsame Initiative von EU und OECD (207-275). Governance als Wertekonzept: Theobald Christian: Good Governance und Wertvorstellungen (277-291); Markus Adam: Menschenrechte im Governance-Verständnis des UNDP (291-303); Benedikt Speer: Gemeinsame Werte in der europäischen Integration (303-319); Klaus König: Governance-Werte, politische Konditionalität und Globalisierung (319-340).
Thomas Henzschel (TH)
Dr., Auswärtiges Amt, Arbeitsstab Iran.
Rubrizierung: 2.24.32.624.442.21 Empfohlene Zitierweise: Thomas Henzschel, Rezension zu: Klaus König / Markus Adam / Benedikt Speer / Christian Theobald: Governance als entwicklungs- und transformationspolitisches Konzept Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17724-governance-als-entwicklungs--und-transformationspolitisches-konzept_20427, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20427 Rezension drucken
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