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/ 05.06.2013
Michael Heinrich / Dirk Messner (Hrsg.)

Globalisierung und Perspektiven linker Politik. Festschrift für Elmar Altvater zum 60. Geburtstag

Münster: Westfälisches Dampfboot 1998; 351 S.; 48,- DM; ISBN 3-89691-443-X
Wer - wie Altvater - die Kritik der politischen Ökonomie zum Kernbereich politikwissenschaftlicher Forschung und Theoriebildung zählt, darf nicht darauf rechnen, im sozialen Gefüge der Disziplin eine zentrale Position einnehmen zu können. Vom Mainstream des Faches trennt ihn nicht nur der am Marxschen Werk ausgerichtete theoretische Referenzrahmen, sondern auch jenes praktische Selbstverständnis, das wissenschaftliche Kritik nicht auf interne Auseinandersetzungen unter Fachkollegen beschränken will. Die als Klammer hinter diesen beiden Elementen stehende Einsicht: "Politik heißt Grenzen setzen - Ökonomie ist grenzenlos" hat Altvater an einem weiten Themenspektrum - vom Weltwährungssystem über Bildungsökonomie zur Globalisierung - nachdrücklich konkretisiert. Von heute aus gesehen ist es - wie Negt in seinem Grußwort bemerkt (18) - diese Beharrlichkeit, Gesellschaft als kapitalistische Realität zu begreifen, die Altvaters Reputation auch über die engen akademischen Grenzen hinaus begründet. Die zu vier Themenfeldern gruppierten Beiträge der Festschrift bieten in der Mehrheit anregende Diskussionsvorschläge für eine sich nach wie vor als "links" verstehende Politik. Inhalt: Oskar Negt: Brief an Elmar Altvater (17-20). I. Theoretische Rekonstruktionen: Heiner Ganßmann: Soziologische Theorie im Anschluß an Marx (22-35); Alex Demirovic: Die Materialität des Sinns. Zur politischen Ökonomie des Zeichens bei Marx (37-53); Hans-Peter Dürr: Struktur, Wertschöpfung und Nachhaltigkeit (54-70); Ulrich Albrecht: Elmar Altvater und die Entropie (71-78). II. Historische Prozesse: André Gunder Frank: Aber die Welt ist doch rund (80-109); Marek Waldenberg: Zur Rolle des nationalen Faktors in Ost-Mitteleuropa (110-128); Otto Kallscheuer: Religion und Politik im Westen. Zur theologischen Vorgeschichte von Liberalismus und Toleranz (129-147). III. Dimensionen der Globalisierung: Leo Panitch: Jenseits neoliberaler und sozialdemokratischer Globalisierung. "Der Staat in einer sich verändernden Welt" und die "Restrukturierung des Raumes der Demokratie" (150-164); Milos Nikolic: Die Paradoxien der Transitionen in Ost-Mitteleuropa (165-193); Raúl Rojas: Über die globale Dynamik der Informationstechnologie (194-205); Heribert Dieter: Regionalismus im Zeitalter der Globalisierung: Eine neue Gefahr für die Länder des Südens? (206-229); Enrique Dussel Peters: Die Entwicklungstheorie in den Wirtschaftswissenschaften am Ende des 20. Jahrhunderts (230-240); Victor Hugo Klagsbrunn: Globalisierung, Arbeitsmärkte, Migration. Die Migration der Brasilianer in die USA und nach Japan (241-257). IV. Politische Perspektiven: Peter Kammerer: Hans im Glück (260-264); Ludger Volmer: Globalisierung in grün. Sind die Grünen die Geschäftsführung der bürgerlichen Gesellschaft? (265-274); Helmut Schauer: Anfragen zur Verteilungspolitik (275-283); Bodo Zeuner: Das Politische wird immer privater. Zu neoliberaler Privatisierung und linker Hilflosigkeit (284-300); Jürgen Hoffmann: Die "Dienstleistungsgesellschaft" in der "Globalisierungsfalle"? (301-320); Urs Müller-Plantenberg: Zukunftsverbrauch. Probleme intergenerationaler Verteilung und sozialer Gerechtigkeit (321-340); Ausgewählte Bibliographie von Elmar Altvater (341-350).
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 1.32.2622.234.432.22.225.45 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Michael Heinrich / Dirk Messner (Hrsg.): Globalisierung und Perspektiven linker Politik. Münster: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6712-globalisierung-und-perspektiven-linker-politik_9045, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9045 Rezension drucken
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