/ 22.06.2013
Olanike F. Deji
Gender and Rural Development. Volume 1: Introduction
Zürich/Berlin: Lit 2011 (Spektrum 106); VIII, 375 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-90103-3Die nigerianische Wissenschaftlerin Olanike Deji hat es sich mit in ihrem zweiteiligen Buchprojekt (Band 2 siehe Buch-Nr. 42680) zum Ziel gesetzt, die universitäre Bildung und Forschung in (speziell afrikanischen) Entwicklungsländern zu unterstützen. Die Teilbände sind daher vorrangig als Handbuch für die Lehre in afrikanischen Staaten unter besonderer Berücksichtigung des Heimatlandes der Autorin zu verstehen. Sie unterstreicht insbesondere die Notwendigkeit eines gender-verantwortlichen Curriculums agrarischer Fächer. Dieses ist nach Ansicht der Autorin gerade deshalb bedeutsam, weil es auf dem landwirtschaftlichen Arbeitsmarkt Afrikas sowie in der Produktion und Weiterverarbeitung gravierende Gender-Unterschiede gibt, diese aber zumeist nicht von der afrikanischen Gesellschaft als Problem erkannt werden. Im ersten Teilband widmet sich Deji über weite Strecken den theoretischen Grundlagen, Begriffen und unterschiedlichen Konzepten, erklärt sie anschaulich und verständlich und fügt jedem Kapitel eine ausführliche Literaturliste für die weitergehende Lektüre, eine Aufzählung des Für und Wider der einzelnen Konzepte sowie Vorschläge für Diskussionen bei. Ab Kapitel 3 geht es Deji speziell um die Betrachtung des Wechselverhältnisses zwischen Gender und der Dichotomie zwischen ländlichen und urbanen Räumen Nigerias. Hier arbeitet sie die Genderidentitäten der jeweiligen Bewohner heraus und bezieht diese dann in Kapitel 4 auf das Selbstkonzept und den Bevölkerungswandel in den ländlichen Gemeinden. Die Autorin erläutert im weiteren Verlauf nicht nur die aktuelle Situation, sondern greift weiter aus und erklärt die Entstehung und Entwicklung der ländlichen Gemeinden, in denen die übergroße Mehrheit der Menschen von der Landwirtschaft lebt. Aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen (Öl-Boom) sind jedoch überwiegend junge Männer nicht bereit, im agrarischen Sektor zu arbeiten, sondern ziehen in die urbanen Regionen, um andere Arbeitsmöglichkeiten wahrzunehmen. Die Bewirtschaftung des Bodens und die Viehzucht bleiben den zurückgelassenen Frauen und Kindern überlassen. Zur besseren Verständlichkeit und Visualisierung der Wechselbeziehungen sowie den Konsequenzen der Entwicklungen hat Deji mehrere Grafiken entworfen, die an entsprechenden Stellen eingefügt sind.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 4.44 | 2.27 | 2.67
Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Olanike F. Deji: Gender and Rural Development. Volume 1: Introduction Zürich/Berlin: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/35408-gender-and-rural-development-volume-1-introduction_42679, veröffentlicht am 12.10.2012.
Buch-Nr.: 42679
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
CC-BY-NC-SA