/ 07.05.2015
Ann-Helen Meyer von Bremen / Gunnar Rundgren
Foodmonopoly. Das riskante Spiel mit billigem Essen. Aus dem Schwedischen von Nina Hoyer
München: oekom verlag 2014; 239 S.; 19,95 €; ISBN 978-3-86581-664-1„Während die Landwirtschaft immer monotoner und eintöniger wird, verhält es sich mit dem Inhalt unseres Kühlschranks genau umgekehrt – er ist randvoll“, denn in den zurückliegenden Jahrzehnten habe geradezu eine „Explosion des Nahrungsmittelangebots“ (21) stattgefunden. Doch diese Vielfalt sei, so das Autorenduo, in gewisser Hinsicht eine Illusion. Tatsächlich lasse sich eine Vereinheitlichung beobachten, die dadurch geschürt werde, dass nur eine kleine Zahl an Unternehmen den Großteil der Lebensmittel produziere und diese sorge sich mehr um den Preis, die Verpackung und das Image als um den Geschmack. Blicke man ein paar Schritte in der Produktionskette zurück, lasse sich dort eine ähnliche Entwicklung beobachten: Die Vielfalt an Pflanzen‑ und Tierarten, die Landwirte in früherer Zeit gezüchtet haben, sei verschwunden und auf wenige Arten reduziert – mit nur drei Getreidesorten (Weizen, Mais, Reis) würden 60 Prozent des weltweiten Kalorienverbrauchs gedeckt. Daraus resultierten Umweltprobleme, wie etwa der Verlust von Biodiversität, die Bodenerosion oder die Überdüngung, die sich negativ auf die Gewässer auswirke. Die Journalistin Ann‑Helen Meyer von Bremen und Gunnar Rundgren, er war Landwirt und Präsident der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen, haben vor diesem Hintergrund eine Reise zu den Brennpunkten der Lebensmittelproduktion unternommen, deren einzelne Stationen sie auf anschauliche Weise schildern. Zunächst erzählen sie von den Spekulationen mit Rohstoffen wie Mais, Zucker und Weizen an der Börse in Chicago, dem „Foodmonopoly“, berichten über ihre Fahrt durch „endlose Maiskorridore“ (45) in Illinois, über die Rinderzucht in Brasilien – sie „stellt die größte Bedrohung für die Wälder dar“ (73) – sowie erfolgreiche Modelle der Selbstversorgung in Afrika. Die Herausforderung der Landwirtschaft, in den kommenden 40 Jahren weitere zwei bis drei Milliarden Menschen mit Nahrung versorgen zu müssen, lasse sich nach Ansicht von Meyer von Bremen und Rundgren nur dann bewältigen, wenn weltweit eine ökologische Landwirtschaft praktiziert werden wird – mit funktionierenden Nährstoffkreisläufen und einer artgerechten Tierhaltung. Am Ende des Buches wird eine Vision entwickelt, wie die „Landwirtschaft der Zukunft“ (233) detailliert funktionieren könnte. Die Originalausgabe dieser inspirierenden Publikation erschien bereits 2013 als Jahrbuch des Schwedischen Naturschutzvereins.
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Rubrizierung: 4.43 | 2.262 | 2.61 | 2.64 | 2.65 | 2.67 | 2.68 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Ann-Helen Meyer von Bremen / Gunnar Rundgren: Foodmonopoly. München: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/38382-foodmonopoly_46163, veröffentlicht am 07.05.2015. Buch-Nr.: 46163 Inhaltsverzeichnis Rezension druckenCC-BY-NC-SA