/ 31.10.2013
Karina Mroß
Fighting the Curse by Lifting the Curtain. How Effective is Transparency as an Instrument to Escape the Resource Trap?
Marburg: Tectum Verlag 2012 (Schriftenreihe des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen 20); 87 S.; 24,90 €; ISBN 978-3-8288-3062-2Transparenz gilt vielfach als Mittel zur Lösung bei nationalen wie internationalen Problemlagen, so auch im Zusammenhang mit dem Phänomen der Ressourcenfalle. Diese liegt vor, wenn in ressourcenreichen Länder Rohstoffe nicht zu ökonomischem Wachstum führen, sondern zu Konflikten und Bürgerkriegen – wie beispielsweise im Sudan. Eine zentrale Ursache wird häufig in der Korruption gesehen. Karina Mroß überprüft nun, wie angemessen diese theoretische Behauptung sowie die in einigen internationalen Initiativen verfolgte Strategie, durch Transparenz der Ressourcenfalle zu entgehen, sind. Dazu beleuchtet die Autorin zunächst den theoretischen Hintergrund und zerlegt die Theorie der Ressourcenfalle in die Ökonomie‑, die Konflikt‑ und die Regulierungsdimension. Anschließend schildert sie das mit der Transparenz zu bekämpfende Problem der Korruption, indem sie sowohl die Mechanismen als auch die Konsequenzen dieser Praktik darlegt. In einer Literaturstudie wird sodann auf das Konzept der Transparenz als ein Politikinstrument eingegangen, bevor in einem weiteren Kapitel das aus dem Bereich des natürlichen Ressourcensektors stammende Fallbeispiel der globalen Initiative „Extractives Industries Transparency Initiative“ (EITI) herangezogen wird, um die theoretischen Ergebnisse mit diesem praktischen Beispiel zu komplementieren. Das zentrale Ergebnis ihrer Überlegungen belegt, dass Transparenz zwar ein wichtiger, aber nicht der zentrale Aspekt im Kampf gegen die Ressourcenfalle ist. Dies hängt nach Mroß damit zusammen, dass Transparenz erst möglich ist, wenn eine Reihe von anderen Faktoren exisitiert. Dazu gehört zum Beispiel ein gewisses Maß an Verantwortlichkeit (accountability), was bisher immer als Folge der Transparenz angesehen wurde. Somit wird deutlich, dass ein kombinatorischer Ansatz zur Bekämpfung der Ressourcenfalle nötig ist. Weitere wichtige Faktoren, um Transparenz herzustellen, schreibt die Autorin, seien unabhängige Medien und Gerichte sowie eine starke Zivilgesellschaft.
Jan Achim Richter (JAR)
Dipl.-Politologe, Doktorand, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 2.23 | 4.45
Empfohlene Zitierweise: Jan Achim Richter, Rezension zu: Karina Mroß: Fighting the Curse by Lifting the Curtain. Marburg: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/36347-fighting-the-curse-by-lifting-the-curtain_44197, veröffentlicht am 31.10.2013.
Buch-Nr.: 44197
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Dipl.-Politologe, Doktorand, Universität Hamburg.
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