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/ 11.09.2014
Anna Sybilla Bidwell (Hrsg.)

European Meetings. Social and Political Studies

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2013; 201 S.; 42,95 €; ISBN 978-3-631-64484-3
Der Zweck von Sammelbänden ist es, Aufsätze mehrerer einschlägiger und/oder Nachwuchsautor_innen zu bündeln, die sich einem spezifischen Thema, manchmal auch dem Denken einer Person, aus mehreren, zum Teil divergierenden Perspektiven widmen. Dieser Zweck kann der Edition von Anna Sybilla Bidwell nicht bescheinigt werden. Ihr Kriterium für die Auswahl der Aufsätze scheint nicht so sehr ein verbindendes Thema, sondern die (zumindest für einige Zeit bestandene) Zugehörigkeit der Autor_innen zur Warschauer Universität zu sein. Entsprechend findet sich eine eher befremdlich denn erfrischend anmutende kurze Darlegung des „Sinns“ des Sammelbandes: „Scientists who cooperated in producing this volume wrote on topics important to the European society nowadays and in the past, but not always in the main stream“ (7). Dies ist eine sehr vage Klammer, mit der es nicht gelingt, die Forschungsschwerpunkte der vier Autor_innen (die insgesamt zehn Aufsätze im Sammelband publizieren) sinnvoll zusammenzufügen. So zeichnet Przemys?aw Paradowski in seinem zweiten von insgesamt drei Artikeln die Entwicklung des Parteiensystems in Montenegro von 1990 bis 2012 nach. Seine vielfach historisch angelegten Darstellungen machen deutlich, dass es insgesamt ein Vielparteiensystem in Montenegro gibt, der Parteienwettbewerb jedoch gering und die Parlamentsopposition schwach sind. Entsprechend war und ist die DPS (Demokratische Partei der Sozialisten) die führende Partei – seit der Wahl 1990 hat sie entweder allein oder gemeinsam mit der SDP (Sozialdemokratische Partei) regiert. Joanna Matczuk hingegen widmet sich einem ganz anderen Thema: Sie beleuchtet die rechtlich nicht eindeutig geregelte Situation Transsexueller in Polen und zeigt anhand wichtiger Etappen (Änderung im Personenstandsregister, der persönlichen Identifikationsnummer sowie des Vor‑ und Nachnamens, Neuausstellung des Ausweises und anderer Dokumente, Finanzierung der medizinischen Behandlung[en], Situation am Arbeitsplatz, ggf. Heirat, Elternschaft und Armee), welchen Herausforderungen Transsexuelle im Zuge der Anerkennung ihres Status begegnen.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 3.13.42.612.222.212.683.64.22 Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Anna Sybilla Bidwell (Hrsg.): European Meetings. Frankfurt a. M. u. a.: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/37513-european-meetings_45316, veröffentlicht am 11.09.2014. Buch-Nr.: 45316 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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