/ 11.06.2013
Hans-Richard Reuter (Hrsg.)
Ethik der Menschenrechte. Zum Streit um die Universalität einer Idee I
Tübingen: Mohr Siebeck 1999 (Religion und Aufklärung 5); XII, 368 S.; brosch., 98,- DM; ISBN 3-16-147209-8Ein interdisziplinärer Zugang, wie er hier gewählt wurde, ist bei der Thematik der Menschenrechte sicher sinnvoll; die Kultur, auf der sie gewachsen sind, nämlich die christlich-abendländische, ist komplex und somit dankbares Betätigungsfeld für Theologie, Philosophie, Soziologie, Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft (dies die beteiligten Disziplinen). Doch gerade ihr "partikularer Ursprung" läßt die Menschenrechte in ein Spannungsverhältnis zu ihrem "universale[n] Geltungsanspruch" (X) geraten – einer der Gründe, warum die Universalität nach wie vor bloßes Postulat ist. Der Band stellt die Frage, wie sich dieser Geltungsanspruch verteidigen läßt.
Inhalt: Johannes Schwerdtfeger: Die Menschenrechte im Rahmen der Moderne und ihrer Krise. Sozialwissenschaftliche Aspekte (11-41); Heiner Bielefeldt: Universale Menschenrechte angesichts der Pluralität der Kulturen (43-73); Hans-Richard Reuter: Relativistische Kritik am Menschenrechtsuniversalismus? Eine Antikritik (75-102); Wolfgang Vögele: Christliche Elemente in der Begründung von Menschenrechten und Menschenwürde im Kontext der Entstehung der Vereinten Nationen (103-133); Wolfgang Lienemann: Sklaverei und Menschenrechte. Die exemplarische Funktion des Sklavereiverbots in der europäischen Geschichte für die Bestimmung universaler Menschenrechte (135-171); Matthias Kaufmann: Ein Menschenrecht auf Eigentum als Postulat der Gerechtigkeit? (173-199); Ute Gerhard: Menschenrechte – Frauenrechte – Unrechtserfahrung von Frauen (201-235); Annie Bunting: Universalismus von rechts, links und queer. Der rechtliche Kampf um homosexuelle Identität am Beispiel Kanadas (237-263); Wolf-Dietrich Bukow: Unrechtserfahrungen unter den Bedingungen eines sich wandelnden Rechtsverständnisses. Die Rückkehr von Ethnizität am Beispiel allochthoner Bevölkerungsgruppen (265-293); Eibe Riedel: Menschenrechte als Gruppenrechte auf der Grundlage kollektiver Unrechtserfahrungen (295-319); Konrad Hilpert: Rechte der Natur. Zur Problematik der Ausweitung der Menschenrechtsfigur auf die Natur (321-349).
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 4.42
Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Hans-Richard Reuter (Hrsg.): Ethik der Menschenrechte. Tübingen: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10986-ethik-der-menschenrechte_12989, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12989
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Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
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