/ 20.06.2013
Klaus-Rainer Jackisch
Eisern gegen die Einheit. Margaret Thatcher und die deutsche Wiedervereinigung
Frankfurt a. M.: Societätsverlag 2004; 360 S.; geb., 22,80 €; ISBN 3-7973-0897-3Das Eintreten Thatchers gegen die Wiedervereinigung Deutschlands 1989/90 und das „unzweifelhafte Scheitern" (Thatcher, 305) dieser Politik wird hier untersucht. Jackisch analysiert die britische Interessenlage in wirtschafts-, europa- und sicherheitspolitischer Hinsicht und kommt zu dem Schluss, dass das Vereinigte Königreich durchaus rationale Motive hatte, der Wiedervereinigung skeptisch gegenüberzustehen. Hinzu kommt das negative Deutschlandbild Thatchers, das maßgeblich durch die Zeit vor 1945 geprägt worden sei. Im Mittelpunkt des Buchs steht die sachkundige Darstellung der politischen Entwicklung vom November 1989 bis zum Oktober 1990 - die Verhandlungen zwischen den Hauptstädten, aber auch die Verhandlungen innerhalb der britischen Regierung. Der Journalist Jackisch präsentiert ein Buch, das sich wie die ausführliche Reportage eines Politikkorrespondenten liest und nicht wie eine politikwissenschaftliche Untersuchung. Die Reportage zeichnet sich dabei aber durch detaillierte Sachkenntnis aus und lässt sich sehr gut als Fallstudie zum Policy-Making im britischen Regierungssystem lesen.
Sebastian Galka (SGA)
Doktorand, Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 4.22 | 2.61 | 2.315
Empfohlene Zitierweise: Sebastian Galka, Rezension zu: Klaus-Rainer Jackisch: Eisern gegen die Einheit. Frankfurt a. M.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22066-eisern-gegen-die-einheit_25151, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25151
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Doktorand, Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
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