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/ 03.06.2013
Hauke Brunkhorst (Hrsg.)

Einmischung erwünscht? Menschenrechte in einer Welt der Bürgerkriege

Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch Verlag 1998; 206 S.; 22,90 DM; ISBN 3-596-13586-9
Zur Zeit des Kalten Krieges galt das Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten weitgehend als sakrosankt. Es um des Schutzes der Menschenrechte willen zu verletzen oder gar aus diesem Grunde militärisch zu intervenieren, war kaum vorstellbar. Mit den Interventionen der Staatengemeinschaft im Irak, in Somalia und im früheren Jugoslawien hat die so bezeichnete humanitäre Intervention in den 90er Jahren jedoch erheblich an Akzeptanz gewonnen. Die sieben Beiträge des Sammelbandes, die mehrheitlich auf zwei Konferenzen des Kulturwissenschaftlichen Instituts am Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen Ende 1995 und Ende 1996 zurückgehen, diskutieren die rechtlichen Voraussetzungen, Legitimität, Chancen und Probleme des Menschenrechtsinterventionismus. Die Autoren, unter ihnen vorwiegend Wissenschaftler, aber auch einzelne Praktiker erörtern sowohl theoretische Fragestellungen als auch die konkreten Erfahrungen und Probleme mit bisherigen Interventionen in menschenrechtsverletzenden Staaten. Inhalt: I. Humanitäre Intervention: Christopher Greenwood: Gibt es ein Recht auf humanitäre Intervention (15-36); Stefan Oeter: Humanitäre Intervention und Gewaltverbot: Wie handlungsfähig ist die Staatengemeinschaft? (37-60). II. Zwischen Einmischung und Selbstbestimmung: Martti Koskenniemi: Die Polizei im Tempel. Ordnung, Recht und die Vereinten Nationen: Eine dialektische Betrachtung (63-87); Ingeborg Maus: Volkssouveränität und das Prinzip der Nichtintervention in der Friedensphilosophie Immanuel Kants (88-116); Nathaniel Berman: Bosnien, Spanien und das Völkerrecht - Zwischen "Allianz" und "Lokalisierung" (117-140). III. Peacekeeping im Alltag: Wolfgang Biermann: "Wider Peacekeeping oder Wilder Peacekeeping" - Ist der Schutz der Menschenrechte durch mehr Macht machbar? Möglichkeiten der Durchsetzung des Rechts durch Organisationen kollektiver Sicherheit (143-160); Søren Bo Husum: Der Alltag der UN-Militärbeobachter im ehemaligen Jugoslawien (161-175).
Michael Edinger (ME)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
Rubrizierung: 4.414.424.34.21 Empfohlene Zitierweise: Michael Edinger, Rezension zu: Hauke Brunkhorst (Hrsg.): Einmischung erwünscht? Frankfurt a. M.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3108-einmischung-erwuenscht_4067, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 4067 Rezension drucken
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