/ 22.06.2013
Mariya Chelova
"Divided we stand" Emergence and Viability of Political Regimes in the Former Soviet Union: The Case of Hybrid Regimes in Georgia, Moldova and Ukraine
Online-Publikation 2012 (http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/chelova-mariya-2011-10-04/PDF/chelova.pdf); 237 S.Diss. Berlin; Begutachtung: W. Merkel, F. Rüb. – Die relativ jungen Staaten Osteuropas und Zentralasiens, die vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion Teil des sozialistischen Landes waren, sind seit ihrer formalen Gründung mit dem komplexen Prozess der tatsächlichen Staats‑ und Nationenbildung konfrontiert. In den vergangenen zwanzig Jahren changierten ihre Herrschaftsausformungen zwischen demokratisch und autokratisch. Mariya Chelova nimmt genau jene dynamische Grauzone in den Blick, die in der Forschungsliteratur oftmals als hybrides Regime bezeichnet wird. Unter Regime versteht die Autorin grundsätzlich ein Set an Institutionen, die zum einen den Zugang zu staatlicher Macht und zum anderen die Ausübung der staatlichen Macht definieren. Hybride Systeme seien daher ein Gemisch aus demokratischen und autokratischen Wegen des Machtzugangs und der Machtausübung. Um die hybriden Regime der ehemaligen Sowjetstaaten genauer zu fassen, differenziert Chelova zwischen kompetitiven (freie und faire Wahlen, aber grobe Verletzung der demokratischen Governance) und nichtkompetitiven hybriden Regimen (keine freien und fairen Wahlen, aber deutliche Verbesserung der demokratischen Governance). Im weiteren Fortgang der Arbeit entwickelt die Autorin konkrete Kennzeichen hybrider Regime, die sowohl empirische Indikatoren (siehe Freedom House, Bertelsmann Transformation Index u. a.) als auch theoretische Faktoren (vor allem die zuvor unternommenen regimebezogenen Überlegungen) beinhalten und nimmt Georgien, Moldawien und die Ukraine genauer in den Blick. Die Permanenz hybrider Systeme lässt sich für Chelova schließlich vorrangig mit den Strukturen, die auf einer ethnischen Heterogenität eines Landes bei gleichzeitiger schwacher wirtschaftlicher Entwicklung basieren, und dem Zusammenspiel der Eliten mit internationalen, an einer Stabilität interessierten Geldgebern erklären. Für die wichtigen politischen Akteuren würden sich insgesamt so Bedingungen bieten, die sie den Status eines hybriden Regimes bevorzugen ließen.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.2 | 2.61 | 2.63
Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Mariya Chelova: "Divided we stand" 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/35796-divided-we-stand_43440, veröffentlicht am 21.03.2013.
Buch-Nr.: 43440
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M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
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