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/ 17.06.2013
Hajo Lippke

Die Zukunft der Deutschen Marine

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009 (Analysen zur Sicherheitspolitik 5); XIII, 316 S.; 49,80 €; ISBN 978-3-631-59939-6
Politikwiss. Diss. Kiel; Gutachter: J. Krause, E. Keynes. – Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes ist es in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik zu einem Strategiewechsel gekommen, der insbesondere auch die Bundeswehr betrifft. Neben die herkömmlichen Hauptaufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung sind nun auch die Krisen- und Konfliktprävention und Einsätze zur Wahrnehmung sicherheitspolitischer Interessen rund um den Globus getreten. Lippke untersucht vor diesem Hintergrund die Rolle, die der deutschen Marine im Hinblick auf Einsatzszenarien, Struktur und Ausrüstung zufallen kann. Dazu orientiert er sich an einem Modell für Seestreitkräfte von Geoffrey Till, nach dem diese vier grundlegende Funktionen erfüllen müssen: internationale Transportwege sowie maritime Ressourcenquellen sichern, dem Austausch und der Gewinnung von Informationen dienen sowie die Kontrolle über die zum eigenen Territorium gehörenden Seegebiete ausüben. Für die deutsche Marine leitet der Autor daraus wiederum vier Aufgabenbereiche ab, auf die sie zukünftig konzentrieren sollte. Diese umfassen die Küstenverteidigung, Bündnisoperationen wie Überwachungen und Blockaden, Evakuierungsmissionen und humanitäre Hilfe. Darüber hinaus plädiert Lippke für „militärische Seeverlegefähigkeit“ (272). Dieses Konzept sieht vor, dass die Marine vom Meer aus eine Küstenlinie und darüber hinaus im Inland aufklären und Waffen einsetzen kann. Dafür seien derzeit jedoch weder die finanziellen Ressourcen noch die Heeresstrukturen adäquat, so der Autor. Letztlich bedeute dies also, dass die deutsche Marine sich zukünftig auf „Einsätze niedriger und mittlerer Intensität konzentrieren sollte“ (277). Zum Schluss spricht sich Lippke vorsichtig für eine Beibehaltung der Wehrpflicht aus. Nicht nur garantiere das Konzept des Staatsbürgers in Uniform eine Verankerung der Armee in der Gesellschaft, auch werde im Zuge der demografischen Entwicklung so die Zufuhr an qualifiziertem Personal am besten gewährleistet.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.3244.21 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Hajo Lippke: Die Zukunft der Deutschen Marine Frankfurt a. M. u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14852-die-zukunft-der-deutschen-marine_38631, veröffentlicht am 17.06.2010. Buch-Nr.: 38631 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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