/ 20.06.2013
Rudolf Schmidt
Die Türken, die Deutschen und Europa. Ein Beitrag zur Diskussion in Deutschland
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004; 156 S.; brosch., 21,90 €; ISBN 3-531-14379-4Schmidt versucht mit den während seiner Anstellung als deutscher Botschafter in Ankara von 2000 bis 2003 gemachten Erfahrungen die These zu widerlegen, die Türkei gehöre aus geografischen, historischen, kulturellen und religiösen Gründen nicht in die Europäische Union. Gegen diesen substanzialistischen Standpunkt wendet der Autor ein, dass die Türkei in der Krisenregion eine Vorreiterrolle für die europäischen Interessen und demokratischen Werte einnimmt. Bei der Analyse der einzelnen Problemfelder – die europäische Identität, das historische Verhältnis zwischen der Türkei und Europa sowie die Bedeutung von religiöser Differenz und Immigranten – fordert der Autor von den Europäern die Unterstützung der erreichten Reformen am Bosporus. Eine Zurückweisung des Beitrittsgesuches würde die innere Stabilität der Türkei gefährden und das europäisch-türkische Verhältnis belasten.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 3.1 | 2.63 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Rudolf Schmidt: Die Türken, die Deutschen und Europa. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22811-die-tuerken-die-deutschen-und-europa_26046, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26046
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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