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/ 21.06.2013
Erich Reiter (Hrsg.)

Die Sezessionskonflikte in Georgien

Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag 2009 (Schriftenreihe zur internationalen Politik 1); 329 S.; 39,- €; ISBN 978-3-205-78325-1
„Die georgische Regierung ließ es auf einen Krieg mit Russland ankommen. Damit wollte Präsident Michael Saakaschwili der Weltöffentlichkeit, vor allem aber der Europäischen Union und der NATO, die ungelösten Sezessionskonflikte in Südossetien und Abchasien wieder ins Bewusstsein bringen“ (51), lautet die These des Publizisten Aschot Manutscharjan. Die georgische politische Führung und vor allem Präsident Saakaschwili habe willentlich die militärische Auseinandersetzung mit Russland gesucht, sei dann aber an der unerwartet entschiedenen Haltung der politischen Führung in Moskau gescheitert. Dieser und weitere Beiträge des Sammelbandes helfen, den Georgien-Konflikt nicht isoliert, sondern in seinen umfassenden geo- und energiepolitischen Zusammenhängen zu verstehen. Dargestellt werden die Entwicklung der Sezessionskonflikte im Lande, die georgische Innenpolitik von 1991 bis 1996, die Konfliktursachen, der Kriegsverlauf, die Politik Russlands und die der USA und abschließend die Möglichkeiten der Konfliktbeilegung. Derzeit gebe es keine Option, die kurzfristig einem russisch-europäisch-amerikanischen Interessenausgleich entspreche, so der Referent bei der Stiftung Wissenschaft und Politik Peter Schmidt. Weder die Isolierung Russlands noch die schnelle Aufnahme Georgiens in die NATO würden sich als sinnvoll erweisen. Daher gelte es kurzfristig den Konflikt einzudämmen und herauszufinden, welche Lösungsmöglichkeiten Russland mittragen könnte. Längerfristig werde es sich nicht vermeiden lassen, dass die europäischen Staaten und Georgien die Abtrennung der beiden Provinzen anerkennen. Sollte sich die georgische Politik stärker an Russland orientieren und eine Art von „Selbstneutralisierung“ (329) anstreben, widerspräche das nicht völlig den Interessen der EU. Entstanden ist der Band aus mehreren Tagungen im Rahmen eines Projektes zum Konfliktmanagement der Sezessionskonflikte in Georgien, das im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Landesverteidigung vom Internationalen Institut für Liberale Politik, Wien, durchgeführt wurde.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.412.632.624.223.6 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Erich Reiter (Hrsg.): Die Sezessionskonflikte in Georgien Wien/Köln/Weimar: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30431-die-sezessionskonflikte-in-georgien_36129, veröffentlicht am 16.06.2009. Buch-Nr.: 36129 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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