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/ 18.06.2013
Jeronim Perović

Die Regionen Russlands als neue politische Kraft. Chancen und Gefahren des Regionalismus für Russland

Bern u. a.: Peter Lang 2001 (Studien zu Zeitgeschichte und Sicherheitspolitik 6); 351 S.; brosch., 38,40 €; ISBN 3-906767-29-9
Diss. Phil. Zürich; Gutachter: K. R. Spillmann, C. Goehrke. - Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gibt es in der Russländischen Föderation immer wieder Souveränitätsbestrebungen der Regionen. Schon der föderale Aufbau Russlands, mit Republiken, Verwaltungsregionen, Verwaltungsgebieten, zwei Städten von föderalem Rang sowie zehn autonomen Bezirken und einem autonomen Gebiet, verweist auf die Komplexität des Systems und die ausgeprägte Vielfalt der regionalen Identitäten. Doch welche Bedeutung hat diese Regionalisierung für die politische Entwicklung Russlands? Perovi? unternimmt den Versuch, „den russländischen Regionalismus, der aus dem Spannungsverhältnis der Interessen der verschiedenen territorialen Ebenen resultiert, umfassend darzustellen" (22). Er identifiziert zwei Phasen der Regionalisierung: zunächst unter Boris Jelzin und nun unter Wladimir Putin. Ließ der erste Präsident manche Regionen mit Sondervergünstigungen noch an der langen Leine, so ordnet der jetzige Staatschef das Verhältnis von Regionen und Moskauer Zentrum neu, vor allem um die Ungleichgewichte zwischen den Regionen zu verringern und um gleiche Bedingungen für ausländische Direktinvestitionen zu schaffen. Perovi? hebt ervor, dass der Regionalismus auch zur wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung des Landes beitrug. „Die regionalen politischen Eliten ergriffen angesichts des Vakuums, das die Auflösung der zentralstaatlichen Strukturen hinterlassen hatte, diejenigen Massnahmen, die ihnen in der gegebenen Situation am geeignetsten schienen, das Überleben ihrer Region in der Krisenzeit zu gewährleisten." (310) Somit wird in die föderale Eigenständigkeit der Regionen ein fester Bestandteil im politischen System Russlands bleiben. Inhaltsübersicht: I. Regionalismus - von den frühen Anfängen bis zum Ende der Sowjetunion: 1. Das zaristische Russland; 2. Die Sowjetunion: Entstehung, Bestand und Zerfall. II. Die neue Bedeutung der Region - rechtliche, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte: 3. Die Herausbildung der regionalen rechtlichen Strukturen und die besonderen Merkmale des russländischen Föderalismus; 4. Die Konsolidierung der politischen Machtverhältnisse in der Region; 5. Die wirtschaftliche Souveränisierung; 6. Die Region als identitätsstiftendes und gesellschaftliches Zentrum. Schlussfolgerungen: Die Perspektiven der Stabilisierung Russlands.
Wilhelm Johann Siemers (SIE)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 2.622.21 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Jeronim Perović: Die Regionen Russlands als neue politische Kraft. Bern u. a.: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18509-die-regionen-russlands-als-neue-politische-kraft_21450, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21450 Rezension drucken
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