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/ 04.06.2013
Sarajuddin Rasuly

Die politischen Eliten Afghanistans. Ihre Entstehungsgeschichte, ihre Bedeutung und ihr Versagen in der Gegenwart

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1997 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 323); X, 366 S.; brosch., 98,- DM; ISBN 3-631-48243-4
Rasuly befaßt sich mit dem Einfluß der Eliten bei der Gestaltung des politischen Systems in Afghanistan. Ausgehend von der Geschichte des Landes, der Gründung des afghanischen Zentralstaates 1747 bis zu den gegenwärtigen Machtkämpfen unter den rivalisierenden Ex-Mujahedingruppen, untersucht er die Bedeutung der verschiedenen Elitegruppen (traditionelle politische Elite, königliche Familie, modernistisch-orientierte und islamistisch-geprägte Elite). Für jede der Gruppen werden die von ihnen entwickelten Konzeptionen bezüglich der Gestaltung von Staat und Gesellschaft in Afghanistan analysiert. Der Autor schließt mit dem Ergebnis, daß es im Laufe des Krieges und des Widerstandskampfes zu einem tiefgreifenden Wandel der politischen und sozioökonomischen Strukturen gekommen ist. An die Stelle der traditionellen Eliten, die sich entlang der zuvor dominanten Konfliktlinie "schwacher Zentralstaat versus relativ autonome Dörfer oder Stämme" (298) formierten, traten neue Gruppen, deren "Elitestatus durch ihre Fähigkeiten im Befreiungskampf, bzw. ihre spezifischen Qualifikationen und individuellen Leistungen begründet ist" (299).
Christoph Emminghaus (cem)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.682.24 Empfohlene Zitierweise: Christoph Emminghaus, Rezension zu: Sarajuddin Rasuly: Die politischen Eliten Afghanistans. Frankfurt a. M. u. a.: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4382-die-politischen-eliten-afghanistans_6160, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 6160 Rezension drucken
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