/ 18.06.2013
Wolfgang Wagner
Die Konstruktion einer europäischen Außenpolitik. Deutsche, französische und britische Ansätze im Vergleich
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2002 (Studien der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung 41); 302 S.; kart., 39,90 €; ISBN 3-593-37125-1Politikwiss. Diss. Frankfurt a. M.; Gutachter: G. Hellmann. - Seit 1970 arbeiten die Mitgliedstaaten der EU in der Außenpolitik immer enger zusammen, zuerst im Rahmen der Europäischen Politischen Zusammenarbeit, seit 1992 dann formalisiert im Rahmen der mit dem Maastrichter Vertrag begründeten Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP). Mittlerweile ist auch der Bereich der Sicherheit und Verteidigung in dieses Politikfeld eingeschlossen, der doch in traditioneller Perspektive als Kernbereich nationalstaatlicher Souveränität gilt. Umso mehr stellt sich die Frage, warum die EU-Mitgliedstaaten diesem Prozess einer vertieften Kooperation zugestimmt haben. Diese Studie beleuchtet, wie nationalstaatliche Interessen und Identitäten, u. a. unterschiedliche politische Kulturen und machtpolitische Faktoren, dazu führen, dass die angestrebte Stärkung dieser Zusammenarbeit von Deutschland, Frankreich und Großbritannien in unterschiedlichem Maße vorangetrieben und unterstützt wird. Dabei verwendet der Autor sowohl rationalistische als auch konstruktivistische Ansätze, ohne diese jedoch im strengen Sinne auf ihr Erklärungspotenzial zu prüfen. Stattdessen begreift er sie als einander ergänzende Theoriestränge. Während Wagner an dieser Stelle eng an existierende theoretische Arbeiten anknüpft, verwendet er auf Forschungen zur GASP gerade einmal zwei Seiten. Wichtige Analysestränge, die sich nur begrenzt der dichotomischen Trennung in rationalistische und konstruktivistische Arbeiten zuordnen lassen, sind hier kaum oder gar nicht berücksichtigt.
Inhaltsübersicht: 1. Auf dem Weg zu einer europäischen Außenpolitik und Außenpolitikforschung; 2. Die Konzeptualisierung der GASP als dynamisches internationales Regime; 3. Die GASP-Politiken Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens; 4. Der Beitrag eines rationalistischen Ansatzes zur Erklärung der GASP-Politiken; 5. Der Beitrag eines konstruktivistischen Ansatzes zur Erklärung der GASP-Politiken.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 3.6 | 4.21 | 4.22
Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Wolfgang Wagner: Die Konstruktion einer europäischen Außenpolitik. Frankfurt a. M./New York: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17414-die-konstruktion-einer-europaeischen-aussenpolitik_20048, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20048
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
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