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/ 19.06.2013
Clemens Verenkotte

Die Herren der Welt. Das amerikanische Imperium

München: Knaur 2003; 378 S.; 12,90 €; ISBN 3-426-77726-6
Welche politischen Akteure, Ideologien und Strategien stecken hinter dem von vielen Seiten als dominant und arrogant qualifizierten US-amerikanischen Machtanspruch? Verenkotte, langjähriger Washington-Korrespondent und derzeit leitender politischer Redakteur des Bayerischen Rundfunks, übernimmt die durchaus gängige Darstellung der USA als nahezu uneingeschränkte Hegemonialmacht und „Imperium". Er zeigt faktenreich und detailliert, dass die Neuformulierung politischer Strategien und Ziele durch die Bush-Administration die Folge eines seit längerem vorbereiteten Aufstiegs neokonservativer politischer Kräfte in den USA ist, welche massiv von der Rüstungs- und Ölindustrie des Landes unterstützt werden. Die Politik der Bush-Administration habe die USA aber keineswegs sicherer gemacht. Im Gegenteil: Die eigene Glaubwürdigkeit und das Vertrauen langjähriger Partner seien leichtfertig verspielt worden. Ebenso führe die unilateralistische Politik der USA zu einer gefährlichen Schwächung der transatlantischen Beziehungen und wichtiger internationaler Organisationen. Verenkottte nimmt für sich in Anspruch, die wahren Motive und Ziele US-amerikanischer Außen- und Sicherheitspolitik aufzudecken. Eine ausreichende theoretische Fundierung und wissenschaftlich präzise Analysen der gegenwärtigen US-amerikanischen Politik und ihrer Konsequenzen bietet sein Buch allerdings nicht.
Mathias Rauch (MR)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Wirtschaftspolitik, Universität Leipzig.
Rubrizierung: 4.222.64 Empfohlene Zitierweise: Mathias Rauch, Rezension zu: Clemens Verenkotte: Die Herren der Welt. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20512-die-herren-der-welt_23916, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23916 Rezension drucken
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