/ 04.06.2013
Christine Köfer
Die Algerienkrise. Ursachen, Entwicklungen und Perspektiven sowie ihre Auswirkungen auf Frankreich
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1997 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 332); 191 S.; brosch., 65,- DM; ISBN 3-631-32548-7Politikwiss. Magisterarbeit München; Erstgutachter: P. Noack, Zweitgutachter: K. Sontheimer. - Seit dem Ende des Kalten Krieges werden zunehmend ethnische und religiöse Probleme in das Zentrum politischer Konflikte gerückt. Am Beispiel der Algerienkrise versucht die Autorin zu belegen, "daß ethnopolitische Konflikte in erster Linie sozioökonomische Ursachen haben und daß ethnopolitische Argumente deshalb nur ein Aktivposten zur machtpolitischen Durchsetzung solcher Interessen sind" (20). Als theoretischen Kontext führt Köfer gegen Huntingtons These eines "clash of civilizations" und der drohenden Ausweitung innerstaatlicher Kulturkämpfe auch auf internationale Beziehungen den Ansatz von Senghaas aus. Dieser charakterisiert ethnopolitisierte Konflikte vordergründig als Folge von Dekolonialisierungskrisen und dem Scheitern nationaler Entwicklungsprojekte. Köfers empirisch gut belegte Fallstudie zeigt, daß die Ausbreitung und Radikalisierung des Islamismus in Algerien - ebenso wie in dem muslimischen Bevölkerungsteil Frankreichs - in erster Linie nicht religiös motiviert ist, sondern der Ausdruck von sozioökonomischer Perspektivenlosigkeit und Identitätsverlust.
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 2.67 | 4.41 | 4.42 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Christine Köfer: Die Algerienkrise. Frankfurt a. M. u. a.: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5290-die-algerienkrise_6954, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6954
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Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
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