/ 04.06.2013
Thierry de Montbrial
Dialog am Ende des Jahrhunderts. Der europäische Gedanke als Selbstbehauptung eines Kontinents. Aus dem Französischen von Karola Bartsch
München/Wien: Europaverlag 1998; 320 S.; geb., 46,- DM; ISBN 3-203-80071-3Dem Pariser Wirtschaftswissenschaftler und Mitherausgeber des Figaro geht es darum, "die entscheidenden Antriebskräfte für die internationale Politik in unserem Jahrhundert darzulegen, um auf diese Weise Klarheit über deren 'Ursprungsbedingungen' für die ersten Jahrzehnte des dritten Jahrtausends zu gewinnen" (11). Dies tut er durch eine Analyse der Weltkriege, der Friedenssicherung durch die UNO, des Kalten Krieges, von NATO und Europäischer Union, der Entwicklung der Sowjetunion, der Beendigung des Kalten Krieges und der deutschen Vereinigung sowie der Situation in Asien. Kurz gesagt, ein ganzes Jahrhundert steht auf dem Prüfstand. Der Grundtenor des Buches ist optimistisch; Montbrial rechnet mit einer Zukunft der Toleranz und des Dialogs zwischen den Kulturen, mit einer Respiritualisierung nach dem Zwischenspiel des Positivismus und mit dem Fortschritt der Wissenschaft, die etwa die Probleme der Atomenergie lösen und diese zur Hauptenergiequelle machen wird (265). Die von Montbrial im Laufe seiner Untersuchung herangezogenen Beispiele und der sich in den Referenzstellen ausdrückende intellektuelle Hintergrund sind im übrigen bei aller Internationalität der Fragestellung unverkennbar französisch geprägt.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 3.1 | 2.61 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Thierry de Montbrial: Dialog am Ende des Jahrhunderts. München/Wien: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5262-dialog-am-ende-des-jahrhunderts_6919, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6919
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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