/ 04.06.2013
Matthias Schönwald
Deutschland und Argentinien nach dem Zweiten Weltkrieg. Politische und wirtschaftliche Beziehungen und deutsche Auswanderung 1945-1955
Paderborn u. a.: Ferdinand Schöningh 1998 (Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart); 408 S.; 128,- DM; ISBN 3-506-77508-1Geschichtswiss. Diss. Tübingen; Erstgutachter: F. Knipping. – Auf Grund der deutsch-freundlichen Haltung Peróns erklärte Argentinien dem Deutschen Reich erst im März 1945 den Krieg. Diese späte Kriegserklärung belastete die Nachkriegsbeziehungen der beiden Länder. Während das Verhältnis anfänglich im Bann der Kriegserfahrungen stand und von den USA kritisch beäugt wurde, gewannen die Kontakte in der Zeit des Kalten Krieges an Autonomie, ohne jedoch ganz den Schatten aus der Zeit des Nationalsozialismus zu verlieren. Das argentinische Einwanderungsprogramm führte zu einer Einwanderungswelle zahlreicher deutscher Experten. Gemessen an der Gesamtzahl der Emigranten war der Anteil der vor einer Verurteilung fliehenden NS-Verbrecher entgegen populären Einschätzungen jedoch gering (siehe 381).
Schönwald konzentriert seine umfassende Untersuchung auf drei Bereiche: die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, das politisch-diplomatische Verhältnis sowie den Umgang mit dem deutschen Altvermögen in Argentinien. Er stützt seine Arbeiten u. a. auf Akten des Auswärtigen Amtes, des Bundeswirtschaftsministeriums sowie auf Dokumente der National Archives in Washington.
Inhaltsübersicht: 1. Deutschland und Argentinien bis 1945: 1.1 Wirtschafts- und Handelsbeziehungen; 1.2 Die deutsche Volksgruppe in Argentinien in der Zeit des Nationalsozialismus; 1.3 Die deutsch-argentinischen Beziehungen und die USA in der Zeit des Nationalsozialismus. 2. Argentinien in der Ära Perón, 1945/46-1955: 2.1 Peronistische Außenpolitik: Die Doktrin der "Dritten Position"; 2.2 Peronistische Wirtschaftspolitik: Ein gescheitertes Industrialisierungskonzept. 3. Deutschland 1945-1955: 3.1 Außenhandel in Westdeutschland: Von alliierter Kontrolle zum Exportboom; 3.2 Außenpolitik in der Frühzeit der Bundesrepublik. 4. Die Rolle der USA in den deutsch-argentinischen Beziehungen, 1945-1955: 4.1 Die argentinisch-amerikanischen Beziehungen, 1945-1955; 4.2 Die wirtschaftliche Kriegführung der USA in der westlichen Hemisphäre und ihre Nachwirkungen in Argentinien, 1944-1948; 4.3 Die USA und die Bundesrepublik als wirtschaftliche Konkurrenten auf dem argentinischen Markt, 1949-1955. 5. Deutschland und Argentinien 1945-1949: 5.1 Die Hypothek in den deutsch-argentinischen Beziehungen: Die argentinische "Feindgesetzgebung" und das Schicksal der deutschen Vermögenswerte in Argentinien, 1945-1949; 5.2 Die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen: Argentinien und die Westzonen. 6. Deutschland und Argentinien 1949-1955: 6.1 Handels- und Wirtschaftsbeziehungen; 6.2 Politische und diplomatische Beziehungen; 6.3 Das Problem des "Feindvermögens" als Prüfstein für die deutsch-argentinischen Beziehungen; 6.4 Argentinien und die DDR. 7. Von Deutschland nach Argentinien: Die Auswanderung als Faktor in den deutsch-argentinischen Beziehungen, 1945-1955: 7.1 Legale Auswanderung nach Argentinien; 7.2 Illegale Auswanderung nach Argentinien.
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.313 | 4.22 | 4.21 | 2.65
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Matthias Schönwald: Deutschland und Argentinien nach dem Zweiten Weltkrieg. Paderborn u. a.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5760-deutschland-und-argentinien-nach-dem-zweiten-weltkrieg_7490, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 7490
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA