/ 21.06.2013
Benjamin H. Freiberg
Deutsche Entwicklungspolitik in Äthiopien. Der Einfluss deutscher Entwicklungszusammenarbeit auf die allgemein- und gesellschaftspolitische Lage Äthiopiens seit 1991. Eine Analyse
Norderstedt: Books on Demand 2008; IX, 151 S.; hardc., 27,80 €; ISBN 978-3-8370-0059-7Der Autor hat Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre studiert und einige Zeit in Äthiopien gelebt. Mit diesem Buch möchte er seine tiefe Verbundenheit mit dem äthiopischen Volk ausdrücken. Freiberg hat allerlei Daten und Fakten über die mehr als 100 Jahre bestehenden deutsch-äthiopischen Beziehungen zusammengetragen. Der Schwerpunkt seiner Darstellung liegt auf dem Zeitraum nach dem Sturz des sozialistischen Diktators Mengistu Haile Mariam und dem damit einhergehenden Neubeginn der gesamtdeutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) im Jahr 1992 bis heute, die durch den äthiopischen Krieg gegen Eritrea von 1998 bis 2000 eine Zäsur erfuhr und ab 2001 auf eine neue Grundlage gestellt wurde. Freiberg stellt die Rahmenbedingungen und Schwerpunkte der deutschen bi- und multilateralen EZ in Äthiopien dar und erläutert die Praxis der Erfolgs- und Qualitätskontrolle innerhalb der EZ. Darüber hinaus bietet er eine knappe Einführung in die Grundlagen der europäischen Entwicklungspolitik und thematisiert die besondere Problematik der Entwicklungszusammenarbeit in Konfliktsituationen. Anders als der Untertitel erwarten lässt, unternimmt Freiberg aber selbst keine fundierte Evaluation der Wirkungen der deutschen EZ in Äthiopien. Es finden sich lediglich eine Analyse von Langzeitdaten makroökonomischer Kennzahlen wie die Entwicklung des BIP und der Hinweis, dass die deutsche EZ in einschlägigen Veröffentlichungen internationaler Geberorganisationen positiv bewertet wird. Die Befunde gehen nicht über eine allgemeine Einschätzung eines positiven Beitrags Deutschlands zur Demokratisierung und zur Erreichung der Millenniumsziele hinaus. Freiberg stellt immer wieder auf die besondere Rolle Deutschlands, das mit den USA und Großbritannien zu den drei größten Geberländern gehört, ab und wird nicht müde, auf die Bedeutung der historischen Beziehungen zwischen Deutschland und Äthiopien hinzuweisen.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.44 | 4.21 | 2.67
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Benjamin H. Freiberg: Deutsche Entwicklungspolitik in Äthiopien. Norderstedt: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29663-deutsche-entwicklungspolitik-in-aethiopien_35118, veröffentlicht am 20.01.2009.
Buch-Nr.: 35118
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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