/ 03.06.2013
Mirka Annika Vuollo
Der Wandel der finnischen Neutralitätspolitik. Außen-, sicherheits- und integrationspolitische Tendenzen 1970 - 1995
Vierow bei Greifswald: SH-Verlag 1996 (Kölner Arbeiten zur Internationalen Politik 4); 110 S.; kart., 24,80 DM; ISBN 3-89498-034-6Der weltpolitische Umbruch am Beginn der neunziger Jahre hat völlig neue Bedingungen für die finnische Außen- und Sicherheitspolitik geschaffen. Der Kontext seiner Neutralitätspolitik, also insbesondere die bedrohliche unmittelbare Nachbarschaft zur Sowjetunion, ist verlorengegangen. Finnland muß nun mit zwei grundsätzlichen außenpolitischen Herausforderungen umgehen: erstens dem Umbruch des osteuropäischen Staatensystems und zweitens der eigenen Eingliederung in das westliche Integrationsgefüge, dem das Land seit 1996 auch als EU-Mitglied angehört. Wie Finnland diesen Umbruch bewältigt hat, ist Gegenstand der Studie. Die Autorin vertritt die These, daß die spezifische finnische Neutralitätspolitik für einen Kleinstaat zweckmäßig war und generell die Veränderungen im internationalen Umfeld reflektierte. Während Finnlands begrenztes bandwagoning mit der Sowjetunion eine Folge externer sicherheitspolitischer Zwänge war, aber zu keinem Zeitpunkt zu einer Allianz wurde, ist der Beitritt Finnlands zur Europäischen Union "ein Ausdruck einer bewußten Entscheidung, von der Allianz mit dem 'Gewinner' zu profitieren" (87). Beide Male nutzte Finnland den Spielraum, der ihm als Kleinstaat gewährt wurde.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.22 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Mirka Annika Vuollo: Der Wandel der finnischen Neutralitätspolitik. Vierow bei Greifswald: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2401-der-wandel-der-finnischen-neutralitaetspolitik_3088, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 3088
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M. A., Politikwissenschaftler.
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