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/ 17.06.2013
Rolf Steininger

Der Mauerbau. Die Westmächte und Adenauer in der Berlinkrise 1958-1963

München: Olzog 2001; 411 S.; 2. Aufl.; pb., 18,50 €; ISBN 3-7892-8052-6
Die Analyse Steiningers basiert auf einem umfangreichen Studium amerikanischer, britischer und deutscher Akten, von denen viele erst in jüngster Zeit freigegeben worden sind. Dokumentiert sind viele Äußerungen der damaligen Politiker, Außenminister und Botschafter, deren Meinung über die Deutschen und die Einschätzung der Sowjetunion sich hinter verschlossenen Türen oftmals ganz anders anhörte als in den öffentlichen Statements. Die USA und Großbritannien ordneten die deutschen Belange ganz eindeutig ihren eigenen Interessen unter und sahen die Sowjetunion auch während der Berlin-Krise als Verhandlungspartner an, Nachteile für die Deutschen wären offenbar hingenommen worden. "Die Westdeutschen werden viele Dinge schlucken müssen, die sie bis jetzt für unmöglich gehalten haben" (17), so der damalige britische Premierminister Macmillan. Nur mit de Gaulles Hilfe gelang es Adenauer, dessen Reaktion auf den Mauerbau Steininger ansonsten als Fehlverhalten wertet, Verhandlungen mit den Sowjets über eine Friedensordnung zu verhindern. Am Ende der Krise war Deutschland dennoch geteilt, "die DDR existierte tatsächlich. Aber: der Status quo wurde lediglich festgeschrieben, nicht verändert" (363).
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.224.212.313 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Rolf Steininger: Der Mauerbau. München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15110-der-mauerbau_17166, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17166 Rezension drucken
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