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/ 18.06.2013
Kai Hafez / Birgit Schäbler (Hrsg.)

Der Irak. Land zwischen Krieg und Frieden

Heidelberg: Palmyra Verlag 2003; 293 S.; brosch., 16,- €; ISBN 3-930378-48-5
Dass dieses Buch ein Standardwerk ist, wie der Verlag auf dem Umschlag ankündigt, oder jemals eines werden wird, muss bezweifelt werden. Dennoch finden sich einige lesenswerte Beiträge, vor allem zu den innenpolitischen Akteuren und Problemfeldern des Irak, die die gegenwärtigen Entwicklungen besser verstehen helfen. Daneben gibt es in diesem sehr heterogenen Band aber unwissenschaftliche Pamphlete, vor allem zur Rolle der USA, die eher ärgerlich als erhellend sind. Welchen analytischen Gewinn z. B. die Definition der amerikanischen Nahostpolitik als „Kolonialismus" bietet, bleibt im Dunkeln. Und wenn wieder einmal unkritisch die „Blut für Öl"-These ausgebreitet wird, möchte man das Buch weglegen. Da wird mit großen Worten und Vorwürfen operiert, die einer genaueren Prüfung nicht standhalten. Alle vielleicht berechtigte Kritik an der Bush-Administration und ihrer Irak-Politik darf nicht zu solchen Vereinfachungen und Verdrehungen führen. Aus dem Inhalt: Hans Küng: Der Irak - Ein Testfall (9-13) Kai Hafez / Birgit Schäbler: Der Irakkrieg 2003. Versuch einer Bilanz (14-39) Kai Hafez: Ein neuer Kolonialismus. US-amerikanische und europäische Nahostpolitik (40-74) Aziz Alkazaz im Gespräch mit Kai Hafez: „Der Irak wird im Käfig gehalten". Der Irakkrieg und die Erdölinteressen der USA (75-81) Götz Neuneck: Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen und die einseitige Abrüstung des Irak (82-94) Birgit Schäbler: Der Irak zwischen Vergangenheit und Zukunft (95-120) Henner Fürtig: Die irakische Opposition zwischen Aufbruch und Resignation (121-145) Hasan Hussain im Gespräch mit Kai Hafez: „... dann droht bewaffneter Widerstand". Perspektiven der Demokratisierung im Irak (146-157) Hans-Christof von Sponeck: „Die irakische Bevölkerung muss weiterleben". Das Öl-für-Lebensmittel-Programm und die Zukunft des Irak (158-171) Achim Rohde: Von Kaisers Kleidern. Wechselfälle des Nationalismus im Irak (172-186) Faleh A. Jabar: Der Stamm im Staat. Zur Wiederbelebung der Stammeskultur im Irak (187-207) Michael M. Gunter: Die Zukunft der Kurden im Irak (208-234) Reinhard Schulze: „Talibanisierung" der islamischen Welt? Der Islamismus und der Irakkrieg (235-251) Christian Koch: Zerstrittene Nachbarn. Der Irak aus der Perspektive der Golfstaaten (252-266) Hassan I. Mneimneh: Staatliche Metakontrolle in der „Republik der Angst". Das Forschungs- und Dokumentationsprojekt Irak (IRDP) (267-281)
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 2.634.412.252.232.224.22 Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Kai Hafez / Birgit Schäbler (Hrsg.): Der Irak. Heidelberg: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19290-der-irak_22404, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22404 Rezension drucken
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