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/ 04.06.2013
Ferhad Ibrahim / Abraham Ashkenasi (Hrsg.)

Der Friedensprozeß im Nahen Osten - Eine Revision

Münster: Lit 1997 (Konfrontation und Kooperation im Vorderen Orient 1); VIII, 431 S.; 68,80 DM; ISBN 3-8258-3341-0
Fünf Jahre nach der Madrider Nahostkonferenz diskutieren die 20 Beiträge den bisherigen Gang des nahöstlichen Friedensprozesses, seine Defizite, Wirkungen und Perspektiven. Ihre Besonderheit ist vor allem darin zu sehen, daß es sich bei den Autoren ausnahmslos um Berliner Studierende der Politikwissenschaft handelt, die sich in ihren Ausführungen auch auf Gespräche während einer 16tägigen Exkursion nach Israel, Jordanien und in die palästinensischen Gebiete im Mai 1996 stützen. Bei (für Sammelbände bekanntlichermaßen nicht unüblichen) erheblichen Qualitätsunterschieden zwischen den einzelnen Aufsätzen kann das durchaus gewagte Projekt der Herausgeber insgesamt als Erfolg gelten: Der Band bietet, auch ohne grundsätzlich neue Erkenntnisse zu vermitteln, einen gelungenen Überblick über die israelisch-palästinensischen Verhandlungen seit 1991, ihre Implikationen und einige ihrer Spezialaspekte. Inhalt: Frank Thomas: Von Madrid bis Oslo II: Abkommen, Hemmnisse und Perspektiven des israelisch-palästinensischen Verhandlungsprozesses (1-23); Andreas Tröndle: Das palästinensische nation-building und state-building: Interaktion, Probleme und Perspektiven (25-52); Sebastian Warnemünde: Israel und die Palästinenser: Die Tragik des Friedensprozesses im Nahen Osten. Versuch einer systemtheoretischen Analyse (53-72); Andrea Berg: Palästinensische Identität (73-88); Katja Hermann: Rotkäppchen und der böse Wolf? Zur Situation und Bedeutung der palästinensischen Nicht-Regierungsorganisationen nach Oslo (89-114); Nikola Gilhoff / Christina Koch: Die Palestinian Authority (PA) im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Staatswerdung (115-138); Andreas Tai: Widerstand im Namen Allahs - Hamas als politischer Faktor im Friedensprozeß (139-158); Stefan Söhnchen: Die Knesset-Wahlen 1996 - Wende oder Ende des Friedensprozesses? (159-185); Ute Gräske: Krieg und Frieden. Psychologische Hemmnisse auf dem Weg zur friedlichen Koexistenz (187-203); Markus Geiler: Die rechtsextremistischen Parteien der achtziger und neunziger Jahre in Israel (205-225); Wulf Sörgel: Die Einwanderung der sowjetischen Juden seit 1989 und ihre Eingliederung in die israelische Gesellschaft (227-248); Sabine Beikler: Die Histadrut. Über den Mauerfall des 'israelischen Kreml' (249-273); Caroline Endres / Sarah Meyer: Die Rolle der Flüchtlinge im Friedensprozeß (275-296); Susanne Paul: Wasser als eines der Kernprobleme im Friedensprozeß - Betrachtungen zur Westbank und zum Gazastreifen (297-310); Daniel Hundmaier: Die Israelisierung Jerusalems nach 1967 (311-324); Astrid Fischer: Die Zukunft Jerusalems (325-351); Karsten Leckebusch: Die jüdischen Siedler in den besetzten Gebieten - Hindernis im Friedensprozeß (353-364); Arne Breitsprecher: Die Verhandlungen Israels und Syriens über den Golan (365-388); Aktham Suliman: Der Frieden aus syrischer Sicht (389-405); Silke Schuck: Die 'Jordanische Option' als mögliche Alternative zur palästinensischen Eigenständigkeit (407-420).
Michael Edinger (ME)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
Rubrizierung: 2.634.414.422.22 Empfohlene Zitierweise: Michael Edinger, Rezension zu: Ferhad Ibrahim / Abraham Ashkenasi (Hrsg.): Der Friedensprozeß im Nahen Osten - Eine Revision Münster: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4485-der-friedensprozess-im-nahen-osten---eine-revision_6294, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 6294 Rezension drucken
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