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/ 20.06.2013
Inge Zelinka

Der autoritäre Sozialstaat. Machtgewinn durch Mitgefühl in der Genese staatlicher Fürsorge

Wien/Münster: Lit 2005 (Politische Soziologie Österreichs 2); 418 S.; brosch., 34,90 €; ISBN 978-3-8258-8448-2
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Österreich nach deutschem Vorbild eines der modernsten sozialen Sicherungssysteme der Welt, wobei soziale Grundrechte in der Verfassung verankert wurden. Die Besonderheit des österreichischen Sozialstaates lag, so Zelinka, in der großen Bedeutung von politischen Vermittlern, von einzelnen „politischen Führerpersönlichkeiten“ in diesem Politikbereich. Diese fühlten sich verpflichtet, ihren „Untertanen Schutz und Sicherheit zu bieten“ (13). Ausgehend von dieser Erkenntnis, nennt die Autorin einige Persönlichkeiten, die in Österreich um die Jahrhundertwende auf unterschiedliche Weise zu „sozialen Anwälten der Schwächeren“ (14) wurden. Einige von ihnen sind als soziologische Theoretiker für die Autorin von besonderem Interesse, wie etwa Friedrich Wieser, Karl von Vogelsang oder Eugen von Philippovich. Zelinka zeigt, welche soziologischen Phänomene bei einer Analyse des Sozialstaats bisher wenig berücksichtigt wurden. Am Ende zieht sie Schlussfolgerungen aus ihrer soziologischen Arbeit, die sie auf die Gegenwart und Zukunft des österreichischen Sozialstaates bezieht. Die Autorin ist Mitarbeiterin am Spezialforschungsbereich „Moderne – Wien und Zentraleuropa um 1900“.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.42.2622.23 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Inge Zelinka: Der autoritäre Sozialstaat. Wien/Münster: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25363-der-autoritaere-sozialstaat_29391, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29391 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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