/ 21.06.2013
Domenico Losurdo
Demokratie oder Bonapartismus. Triumph und Niedergang des allgemeinen Wahlrechts. Aus dem Italienischen von Klaus Winkler
Köln: PapyRossa Verlag 2008; 411 S.; 19,90 €; ISBN 978-3-89438-385-5Der Autor verfolgt die Entwicklung des allgemeinen Wahlrechts von seiner Entstehung im 19. Jahrhundert im Kontext des Widerstands sowohl konservativer als auch liberaler Eliten bis in die frühen 90er-Jahre. Von der Beobachtung ausgehend, dass das Wahlrecht gleich nach seiner Etablierung zur bloßen Akklamation der Politik einer Führerfigur degradiert worden sei, beschreibt er den Verlauf dieses Vorgangs von der Entstehung des Bonapartismus-Begriffs unter Napoleon III. über Bismarcks Kanzlerschaft bis in die jüngste Geschichte der USA. Zwar hätten sich, führt Losurdo aus, bonapartistische Charakteristika abgeschwächt, dennoch seien heute gerade die unteren Gesellschaftsschichten durch Prozesse der Medienkonzentration ihrer Artikulationsmöglichkeiten beraubt. Demokratie verkomme zum Konkurrenzkampf der Einzelpersonen. Diese Entwicklung sieht der Autor als ein Systemproblem, das sich von den USA ausgehend in der Regierungsform der bürgerlichen Welt etabliere. Die italienische Erstausgabe des Bandes erschien 1993.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.22 | 2.61 | 2.64 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Domenico Losurdo: Demokratie oder Bonapartismus. Köln: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29230-demokratie-oder-bonapartismus_34567, veröffentlicht am 08.07.2008.
Buch-Nr.: 34567
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Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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